Der Kaufmann aus dem Silicon Valley

by • 25. Oktober 2013 • InvestainmentComments (0)1331

In Kalifornien ging ein grandioser Erfinder seinen überaus erfolgreichen Geschäften nach. Er handelte mit Äpfeln und allerlei anderen (wunder-)schönen Dingen, die uns das Leben lebenswerter machen. Er hatte immer wieder herrliche neue Ideen und die Menschen rissen ihm seine Waren aus den Händen, sie standen Schlange danach. Er wurde unermesslich (fast) reich. Eines Tages wurde dieser Erfinder aber sehr krank und verstarb. Doch ordnete sein Haus und seine Nachfolger führten die Geschäfte ganz oder zumindest weitgehend in seinem Sinne fort. Heute sind sie Lenker eines der tollsten Unternehmen der Welt und Hüter eines Schatzes von 150 Milliarden Dollar. Das lockt natürlich allerlei gierige Gestalten an.

Personen
Erfinder: Steve Jobs (leider schon verstorben)
Kaufmann: Tim Cook (Apple-Händler)
Schwarzer Ritter: Carl iCahn (77, Milliardär, Hedgefondsmanager)
Weißer Ritter: Bill Gross (69, Milliardär, Fondsmanager)

1. Akt

Dinner

iCahn (konziliant): Mal ehrlich, was wollen sie denn mit dem ganzen Geld anfangen?

Cook: Für schlechte Zeiten und neue Erfindungen …

iCahn: Schlechte Zeiten. Neue Erfindungen. Was für ein Bullshit …

Cook: Außerdem kaufen wir schon für 100 Milliarden Dollar Aktien zurück.

iCahn: Ich habe nicht 4,7 Millionen von euren Apple-Aktien für 2,5 Milliarden Dollar gekauft, um in ein Unternehmen zu investieren und dann darauf sitzenzubleiben. Ich will Kursgewinne. Die Dinger sollen steigen.

Cook: Wohin denn?

iCahn: 1250 Dollar, in drei Jahren.

Cook: Wie soll das gehen?

iCahn: Noch mehr Aktien zurückkaufen.

Cook: Woher das Geld nehmen? Soviel haben selbst wir nicht.

iCahn: Leiht euch welches. Ihr habt Kredit.

Cook: Leihen? Wieviel?

iCahn: Ihr könnte vielleicht ein Unternehmen führen und schöne Gerätchen bauen, aber vom Investments und wie man ein Unternehmen auspresst habt ihr Nerds keine Ahnung. Euch fehlt es an Expertise.


Cook: Expertise?

iCahn (angepisst): Ihr holt euch beim Geldverleiher 150 Milliarden Dollar. Zinsen müsst ihr ja derzeit kaum zahlen. Vielleicht 3 Prozent. Ihr macht am Markt ein Angebot über 525 Dollar je Aktie. Alle würden Apple-Aktien verkaufen und auf einen Schlag wären so deutlich weniger Aktien auf dem Markt und der Gewinn je Aktie würde um 33 Prozent steigen, einfach weil weniger Aktien da sind. Dafür müsst ihr nicht ein iDingens mehr verkaufen – ihr Rechenkünstler. So geht das.

Gross kommt an den Tisch

Gross: Ich habe euch zuhören – müssen. Ihr wart so unerträglich laut. Sie sollten Apple alleine lassen und mehr ihre Freizeit genießen. Wenn du so schlau bist, wie du tust, sollest du anderen und nicht dir helfen.

Gross tritt wieder ab.

iCahn (verächtlich): Was wollte denn dieser Fuzzi? Soll sich um seine Anleihen kümmern …

Cook: Da hören sie’s. Wenn Steve noch leben würde …

iCahn (noch verächtlicher): Wenn Steve noch leben würde … wenn Steve noch leben würde … Wenn ihr nicht macht, was ich will, fordere ich euch zum Proxy-Fight. Und dann werden wir sehen, wer die Macht im Aufsichtsrat bekommt …

2. Akt folgt

 

Bildquelle: Apple [bearbeitet]


Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Simple Share Buttons