So ist die Börse

by • 24. September 2009 • BörsenvisionenComments (0)744

Die Börse kommt heute nicht auf die Beine. Dabei waren die Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg gar nicht schlecht. Der die US-Arbeitsmarktdaten und der Ifo-Index fielen recht gut aus. Es hätte also … hat es aber nicht. So ist halt die Börse. Da bietet man ihr alles, aber sie will einfach nicht. (Beim Ifo-Index wurde jetzt wieder das Niveau vom September 2008 – Vor-Lehman-Niveau – erreicht.) Vielleicht drückt ja doch der hier kürzlich erwähnte Doji im DAX?

Sehr leidend sind heute die Finanzwerte (und auch mein „Lieblingswert“ Infineon).  Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht durch mögliche Regulierungen (womöglich auf dem G20-Gipfel beschlossen) die Profitabilität der deutschen Banken in Gefahr. Mag sein. Natürlich kann es sein, dass höhere Eigenkapitalanforderungen es den Banken schwerer machen könnten, neu Kredite auszugeben.
Gleichzeitig muss aber auch gesagt sein: Eigentümer, die an den Gewinnen voll partiziperen, sollten auch einen Großteil größeren Teil der Verluste tragen, falls diese eintreten. Nun ist es ja bei Banken so: Der Eigenkapitalanteil ist im Vergleich zu Bilanzsumme gering. Mit wenig eigenem Geld, wird viel verliehen. Kommt es zum Kollaps, muss aber jemand (im Zweifel die Allgemeinheit) für den gesamten Schaden aufkommen.
Zur Eindämmung riskanter Eigenkapitalrendite-Forderungen durch die Aktionäre (mit einem möglichst hohen Fremdkapitalhebel) könnte es deshalb durchaus sinnvoll sein, Eigenkapitalanforderungen von Banken zu erhöhen.
Wie sagt Herr Ackermann: „Höhere Eigenkapitalanforderungen bedeuten engere Grenzen für die Höhe der Bank-Aktiva … Wir mögen als Gesellschaften entscheiden, dass die Hoffnung auf eine größere Stabilität des Finanzsystems diesen Preis wert ist.“
Ich meine als Teil der Gesellschaft: Wir sollten entscheiden.


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