Spaß oder Bremse

by • 24. Juni 2010 • PlusvisionenComments (0)672

Keynes vs. Ricardo.
USA vs. Deutschland.
Schuldenmacher vs. Sparer.
Spaßmacher vs. Spaßbremsen.
Klingt wie WM, ist aber der bevorstehende G20-Gipfel
Dort dürfte es wohl auch im die Frage der „richtigen“ Wirtschaftspolitik gehen. Deutschland steht ja mit seinem Sparpaketchen ohnehin schon länger am Pranger. Die USA mögen es gar nicht, wenn in Europa gespart und damit womöglich die Konjunktur in Gefahr gebracht wird.
Die Amerikaner sagen: Schulden machen ist gut, vor allem für die Konjunktur. Um die Tilgung kümmern wir uns später. Mögliche Modelle dafür: durch Wachstum, durch Inflationierung (Notenpresse). Wobei Wachstum für die USA durchaus ein Modell ist, da deren Bevölkerung nach wie vor wächst.
Ob es das auch für Deutschland (Europa) ist? In vielen europäischen Staaten schrumpft die Bevölkerung. Das Wachstum dürfte in den kommenden Jahren/Jahrzehnten deshalb grundsätzlich spärlicher ausfallen.
Zudem prallen in Europa zwei Denkschulen stärker aufeinander:
Die einen sagen (eher die Ricardo-Schule), dass die Schulden (Konsum) von heute, die Steuererhöhungen von morgen sind. Weil das die Bevölkerung ahnt, schränkt sie auch trotz neuer Konjunkturpakete ihre Ausgaben ein. Der Effekt des Schuldenmachens verpufft recht schnell. Umgekehrt wird deshalb ein Schuh draus. Wer jetzt spart, schafft Zukunftsperspektiven, welche die Bevölkerung animieren mehr Geld auszugeben. Also: sparen.
Die anderen sagen (eher Keynes-Schule), wenn es schlecht läuft, muss neue Nachfrage kreiert werden — koste es, was es wolle. Auf der Angebotsseite herumzudoktorn (sparen, vielleicht sogar Abgaben- und Steuersenkungen) bringe da gar nichts. Erst, wenn es wieder besser laufe, dann, ja und nur dann, könne gespart werden (in der Vergangenheit wurde dieser Passus später häufig ausgeblendet). Ergo: Auf Pump finanzierte Konjunkturpaket auflegen.
Mal sehen, wer sich durchsetzt.


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