Griechenland Reformen // Spar langsam 4.0

by • 24. Februar 2015 • PlusvisionenComments (0)1721

Lieber Jeroen,

diesmal meinen wir es ernst. Wir wollen reformieren. So geht das auch nicht mehr weiter bei uns. Jetzt stecken wir schon seit Jahren in der Krise – und wenig tut sich. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und das Wachstum schwach. Die Kassen sind leer und unsere Banken marode. Ihr hab uns schon viel Geld überwiesen. Eigentlich wollten wir das viele Geld doch gar nicht. Es ist ohnehin eigentlich nie bei uns angekommen. Sondern, mal ehrlich, damit habt ihr doch eure eigenen Banken gerettet, na ja, vielleicht auch ein paar griechische. Wir Griechen sind im Grunde genommen arm … gerade einmal rund 22.000 Euro pro Kopf haben wir von der Troika, ähm von den Institutionen bekommen.

Die Wahlen haben wir mit dem Versprechen gewonnen, wichtige Reformen nicht mehr fortzuführen. Das war natürlich nicht so gemeint. Es waren halt Wahlversprechen, ihr kennt das ja. Nun wollen wir die Dinge angehen, Alexis und ich. Die wichtigsten habe ich mal eben auf sechs Seiten zusammengeschrieben.

Wir wollen eine neue Kultur der Steuermoral schaffen. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Schichten der Gesellschaft, auch die Reichen, ihren fairen Anteil an der Finanzierung des Staates leisten. Zwar wissen wir noch nicht so recht, wie wir die 70 Milliarden Steueraußenstände eintreiben sollen, aber uns wird schon etwas einfallen. Ganz bestimmt. Wir wollen ja die ganzen Steuersachen reformieren, Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, …

Natürlich will der griechische Staat auch etwas zur Finanzierung betragen und dafür Staatsvermögen verkaufen. Also jetzt nicht mehr, aber abgeschlossene Privatisierungen werden auch nicht rückgängig gemacht. Ist doch auch was, oder? Laufende Privatisierungen – welche waren das gleich nochmal? – werden wir nochmal überprüfen, ob das überhaupt etwas bringt.


Schlimm ist auch die Korruption in Griechenland. Die werden wir nun bekämpfen. Allerdings wollen wir erst einmal wieder ein paar tausend Beamte einstellen, die zuvor (zu unrecht) entlassen wurden.

Dann reicht es aber auch mit den Reformen. Findet ihr bestimmt auch. Ganz besonders mein Freund Wolfgang.

Aufrichtig

Euer Yanis

 

Greek Letter Varoufakis by zerohedge

 


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