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Nikkei Index // Abe und die 30.000 Punkte

by • 23. Oktober 2017 • Anlagevisionen, Feature, PlusvisionenComments (0)881

Das Maß aller Trading-Dinge waren damals japanische Optionsscheine (Covered Warrants). Gekauft wurden diese anno 1989 vorvalutarisch, so bedurfte es bei den Neuemissionen keines Kapitaleinsatzes: Also Optionsschein kaufen, warten bis die Kurse gestiegen waren – und dann schon vor dem Valuta-Termin – wenn die Bank das Geld sehen wollte – wieder mit Gewinn verkaufen. Gewinn war eigentlich kein Problem, da die Kurse am Kabutocho noch eine Richtung kannten, die nach oben. Der Nikkei notierte bei knapp 39.000 Punkten.

Las ich damals Prognosen oder besuchte Vorträge zum japanischen Aktienmarkt wurden zumeist sehr rosige Prognosen herumgereicht. Es war von 100.000 … 200.000 Punkten die Rede. Japan galt als unverletzlich … Das Grundstück, auf dem der Tenno seinen Palast hatte, sollte mehr Wert sein als ganz Kalifornien. [Einer der wenigen Skeptiker war damals Helmut Becker von der Börsen-Zeitung.]

Natürlich: Wenn es an den Börsen zu schön und zu fantastisch wird, ist die Korrektur nicht mehr fern. So auch in Japan. Die Immobilienpreise begannen zu rutschen, Kredite wurden faul, wie auch Bankbilanzen. Die Kreditinstitute waren nur noch Zombies und sollten das auch noch lange bleiben. Geld konnten sie keines mehr schöpfen, wodurch die Wirtschaft erst in eine Rezession und dann in eine Depression mit fallenden Preisen (Deflation) glitt. Es folgten unzählige Konjunkturprogramme, mit der Folge, dass der einst solide japanische Staatshaushalt zu einem Schuldenmonster mutierte (heute ist Japan die am höchsten verschuldete Industrienation, allerdings mit inländischen Schuldnern).

Den Nikkei konnte das nicht aufhalten. Er sackte bis 2009 – unter heftigen Schwankungen – auf rund 7.000 Zähler ab. So richtig aufwärts ging es erst wieder Ende 2012 mit dem Wahlsieg Shinzo Abes. Er ließ die Notenbank gigantische Summen in die Märkte pumpen und senkte die Steuern, um die Deflation zu bekämpfen. Die Abenomics waren geboren. Tatsächlich gelang eine Wende – und mit den allgemeinen Preissteigerungsraten schoben sich auch die Kurse im Nikkei wieder nach oben.

Jetzt hat der Index ein neues 21-Jahres-Hoch erreicht und einige wichtige Widerstandslinien hinter sich gelassen. Es wirkt so, als wolle der Nikkei nach den 20.000 Punkten nun auch (langfristig) wieder die 30.000er-Marke angehen (siehe Chart unten). Gut, das wird nicht in einem Rutsch passieren, aber der Nikkei wirkt entschlossen, nach dem Sieg von Ministerpräsident Shinzo Abe bei den vorgezogenen Neuwahlen des Unterhauses, schließlich steht er für Reformen, Steuererleichterungen, einen niedrigen Yen und eine ultralockere Geldpolitik. All das dürfte ganz nach dem Geschmack der Aktienbörse sein.


Spannend bleibt in dieser Situation ein endlos Index-Zertifikat der HVB auf den Nikkei (787332).

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