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China, Renminbi, Fed und die Billionen-Dollar-Frage

by • 22. September 2015 • PlusvisionenComments (0)1720

Hat die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, das Debakel an den Aktien-Märkten bereits geahnt – oder es ausgelöst? Wahrscheinlicher ist die erste Variante. Der DAX leidet besonders, wegen seinen Automobil-Titeln und seinen Versorger-Werten, aber auch Dow Jones und Nikkei geht in die Knie. Was ist es, was die Aktien-Börsen nach unten drückt? Naheliegend ist die Sorge um die Weltwirtschaft, womit man schnell bei China ist.

China hat nach Jahren der Kreditexzesse und künstlich aufgepumpter Börsenkurse ein Problem: Die Wirtschaft wächst nicht mehr in der Geschwindigkeit, in der sei eigentlich wachsen sollte. Das Vertrauen in die chinesische Wirtschaft und Peking schwindet. Die Sache scheint vergeigt. Nun kehren sich die Kapitalströme um (wie auch in anderen Schwellenländern). Geld fließt aus China heraus, zur Tilgung von Krediten und weil man sich anderenorts mehr Rendite erwartet. Das drückt den Renminbi und bringt die Tektonik der gesamten Region in Bewegung.

Einmal hat die Regierung den Renminbi bereits abgewertet (11. August), aber sie versucht ihn auch weiter zu stützen. Dafür hat sie bestimmt bereits 400 bis 600 Milliarden Dollar ihrer Devisenreserven ausgegeben. In der Spitze lagen diese bei 4 Billionen Dollar. Weitere Abwertungen dürften folgen, da die konjunkturelle Entwicklung für chinesische Verhältnisse schwach bleiben wird.

Mit den Kapitalabflüssen müssen auch andere Schwellenländer (Emerging Markets) ihre Währungen stützen oder abwerten. Dadurch verteuern sich Auslandskredite, was diese Länder schnell an den Rand der Zahlungsunfähigkeit und einer Rezession führen kann.


Anders die Situation in Japan. Dort scheint der Yen eher aufzuwerten. Das kann sich Japan aber nicht leisten. Dort will man Inflation importieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft durch einen niedrigen Yen fördern. Das heißt: Japan muss noch mehr Geld drucken als ohnehin schon, da die Zinsen schon bei Null sind. Letztlich könnte das irgendwann das Aus für den Yen bedeuten.

Und die Fed? Wird sie noch 2015 die Leitzinsen erhöhen? Die Furcht damit eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise auszulösen ist groß und auch durchaus berechtigt. Zumal wenn in China das Geld (Devisen) knapp würde, könnte sich Peking (nach der Fed zweitgrößter Gläubiger der USA) genötigt sehen, eine Teil der 1,241 Billionen Dollar in Treasuries (US-Staatsanleihen) zu verkaufen. Die Renditen von US-Staatsanleihen würden steigen, sicher nicht zur Freude der Fed, da ein gewaltiger Schuldenberg in den USA finanziert sein will.

 

Bildquelle: Rosel Eckstein_pixelio.de

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