Wird es mit dem Gold ein schlimmes Ende nehmen? Wie mit dem Neuen Markt oder so? Der übliche Gang einer Spekulationsblase eben? Erinnern Sie sich noch: Während des Neue-Markt-Booms als alle Welt auf Aktien sponn und alle (wirklich alle) Neuemissionen zeichneten wie die Bekloppten. Ich wurde von Leuten auf Aktien angesprochen, für die Sparen und Anlegen mit dem 5-Mark-Geschenkguthaben der Volksbank zur eigenen Geburt eigentlich abgehakt war.
Ein wenig so kommt es mir heute mit dem Gold vor. Leute stehen bei den Goldhändlern Schlange (physisches Gold kaufen) oder legen sich Goldfonds ins Depot. Und endlich, ja endlich, bekommen auch all diejenigen recht, die schon immer gesagt haben, dass Gold die einzig wahre Anlage sei. [Lange Jahre wurden diese Leute als Sektierer behandelt.] Es ist ein Hauch von Hysterie, der durch den Goldmarkt weht.
Klar, mit den Staatsfinanzen und dem Papiergeld (Yen, Dollar, Euro — genau in dieser Reihenfolge) steht es nicht zum Besten, aber dieses Gold-Gedönse … Zumindest kurz- bis mittelfristig macht das doch gewaltig skeptisch — oder ist es vielleicht doch eher so, dass wir erst am Anfang der Gold-Hausse stehen?
Wenn ja, müssen wir uns wirklich ernsthaft Sorgen, nicht nur um unsere Währung, sondern um unsere Wirtschaft und vermutlich auch Gesellschaftsgefüge machen.
Allerdings — ein Punkt, der kurios ist — Anleihen in Deutschland und den USA steigen tendenziell nach wie vor beziehungsweise die Renditen fallen. Wenn die Staatsfinanzen und das Papiergeld runiniert wären, würde doch keiner Anleihen kaufen und seien sie aus einem vermeintlich noch so sicheren Land, oder? Also doch nur eine Gold-Spekualtionsblase? Sicher? Nein. Aber es gibt erste Anzeichen.
Thomas Schumm am 28. Juni 2010 in Folge dem Geld
Schon wieder. Oder ist es nur die Hintergrundsmusik der Märkte zur Einstimmung auf den G20-Gipfel? Ja, die Situation in Griechenland scheint sich wieder zu verschärfen. Die Preise für die Kreditausfallversicherungen (CDS) steigen jedenfalls für Griechenland wieder kräftig an.
Aber bitte liebe Märkte: Das könnt ihr doch nicht ernst meinen, oder? Das Thema Griechenland ist doch schon hinlänglich durch. Alle Welt weiß: Griechenland ist pleite (oder wird pleite gehen).
Bei allem gutgemeinten Sparwillen der Griechen, diese Schuldenlast ist nur durch ein Zusammenstreichen der Schulden zu lösen, denn soviel wie gespart werden müsste können die Griechen einfach nicht sparen, ohne eine veritable Staatskrise heraufzubeschören.
Nur zur Auffrischung die Zahlen:
Wirtschaftsleistung Griechenland (2009): 237 Milliarden Euro
Staatsschulden: 300 Milliarden Euro (130 % vom BIP)
Geschätzte Zinslast pro Jahr (bei 5 % Zins): 15 Milliarden Euro
Allein zur Bedinung der Zinsen müssen die Griechen somit gut 6 % des Sozialprodukts aufwenden.
Werden noch 4 % des BIP (9,5 Milliarden Euro) zur Schuldentilgung verwendet, würde es (grob gerechnet) fast 32 Jahre dauern bis die Schulden abgebaut sind — ceteris paribus.
Wer mag das seinen Wählern zumuten, über diese Zeit auf 10 % der Wirtschaftsleistung zu verzichten?
Die “alte” Griechenland-Geschichte von den Märkten hervorzukramen, mutet doch etwas seltsam an, zumal die EZB doch ohnehin alles an Staatsanleihen aufkauft, was sonst keiner haben will.
Es bleibt dabei:
- In Kanada werden sie sich streiten, ob man besser sparen oder noch mehr Schulden machen sollte.
- Der Dax hält sich wacker — Aktien sind halt Sachwert.
- Gold hält sich ebenfalls gut — dito.
Thomas Schumm am 25. Juni 2010 in Fresh Money Buys
Keynes vs. Ricardo.
USA vs. Deutschland.
Schuldenmacher vs. Sparer.
Spaßmacher vs. Spaßbremsen.
Klingt wie WM, ist aber der bevorstehende G20-Gipfel
Dort dürfte es wohl auch im die Frage der “richtigen” Wirtschaftspolitik gehen. Deutschland steht ja mit seinem Sparpaketchen ohnehin schon länger am Pranger. Die USA mögen es gar nicht, wenn in Europa gespart und damit womöglich die Konjunktur in Gefahr gebracht wird.
Die Amerikaner sagen: Schulden machen ist gut, vor allem für die Konjunktur. Um die Tilgung kümmern wir uns später. Mögliche Modelle dafür: durch Wachstum, durch Inflationierung (Notenpresse). Wobei Wachstum für die USA durchaus ein Modell ist, da deren Bevölkerung nach wie vor wächst.
Ob es das auch für Deutschland (Europa) ist? In vielen europäischen Staaten schrumpft die Bevölkerung. Das Wachstum dürfte in den kommenden Jahren/Jahrzehnten deshalb grundsätzlich spärlicher ausfallen.
Zudem prallen in Europa zwei Denkschulen stärker aufeinander:
Die einen sagen (eher die Ricardo-Schule), dass die Schulden (Konsum) von heute, die Steuererhöhungen von morgen sind. Weil das die Bevölkerung ahnt, schränkt sie auch trotz neuer Konjunkturpakete ihre Ausgaben ein. Der Effekt des Schuldenmachens verpufft recht schnell. Umgekehrt wird deshalb ein Schuh draus. Wer jetzt spart, schafft Zukunftsperspektiven, welche die Bevölkerung animieren mehr Geld auszugeben. Also: sparen.
Die anderen sagen (eher Keynes-Schule), wenn es schlecht läuft, muss neue Nachfrage kreiert werden — koste es, was es wolle. Auf der Angebotsseite herumzudoktorn (sparen, vielleicht sogar Abgaben- und Steuersenkungen) bringe da gar nichts. Erst, wenn es wieder besser laufe, dann, ja und nur dann, könne gespart werden (in der Vergangenheit wurde dieser Passus später häufig ausgeblendet). Ergo: Auf Pump finanzierte Konjunkturpaket auflegen.
Mal sehen, wer sich durchsetzt.
Thomas Schumm am 24. Juni 2010 in Wirtschaftswunder
Die Werkbank der Welt macht dicht. Nein, nicht sofort, aber ein Anfang ist gemacht. China will seine Währung, den Yuan, aufwerten. Das ist zu begrüßen.
1.
Dadurch werden in der Weltwirtschaft Ungleichgewichte behoben, die durch eine chronisch unterbewertete chinesische Währung (Exportvorteile!) entstehen. Andere Länder könnten wettbewerbsfähiger werden und mehr exportieren.
2.
China könnte leichter sein latentes Inflationsproblem in den Griff bekommen, da die Einfuhren tendenziell billiger werden. [Gut für High-Tech-Ware aus Deutschland. Zu sehen heute auch an den steigenden Kursen der Autobauer.]
3.
China hat den ersten Schritt Richtung Wandel in eine Volkswirtschaft mit höherer Produktionstiefe gemacht. China will anscheinend nicht länger (nur) Billiganbieter sein. Dadurch können vielleicht auch drohende Unruhen und/oder Streiks vermieden werden, die sich jüngst nach den Selbstmorden abgezeichnet haben. Für China hat ein Wirtschaftsmodell, das im Wesentlichen auf Hungerlöhnen basiert keine Zukunft. Mit der Aufwertung der Währung sind die Unternehmen zu Innovation (höherwertigen Produkten) gezwungen. [Deutschland, aufpassen!]
4.
Was wird aus Chinas gewaltigen Devisenreserven in Höhe von 2,4 Billionen Dollar? Mit der Aufwertung werden diese für Inländer natürlich weniger wert. Angelegt ist diese Summe überwiegend in US-Staatsanleihen [die bisherige Symbiose: Amerika kauft chinesische Waren und China finanziert dafür das US-Defizit]. Mit dem Wertverlust könnte die Motivation der Chinesen sinken, weiter Geld in US-Staatanleihen anzulegen. Gleichzeitig könnten aber die Leistungsbilanzdefizite (der Finanzierungsbedarf) der USA durch die Aufwertung sinken (siehe Punkt 1).
5.
Weltweit könnten sich die Arbeitsmärkte etwas entspannen, da China bislang seine billigen Löhne zum Teil auch in andere Länder exportiert hat.
Thomas Schumm am 21. Juni 2010 in Folge dem Geld
Wir bescheiden wir doch geworden sind: Das schafft es Spanien sich zu refinanzieren, der Euro steigt etwas und schon geht es mit dem DAX nach oben. Es sieht so aus als suche der Markt nach Gründen für höhere Kurse. Man könnte auch sagen: der Markt will nach oben. Dabei hat der DAX sogar seinen kurzfristigen Abwärtstrend überwunden, was positiv ist (siehe Chart).
Doch insgesamt bleibt die Lage aber labil — paradox, doch das ist eigentlich auch schon wieder positiv. Die Kurse klettern an den Mauern der Angst [Walls of Worry] nach oben. Langfristig bleibt es beim Spannungsfeld zwischen Deflation (durch die Sparmaßnahmen) und Inflation (Lockere Notenbankpolitik).

Thomas Schumm am 17. Juni 2010 in Die Börsen-Nachrichten
:: Die Chinesen kommen!
:: Sei doch froh.
:: Wieso?
:: Die wollen den Griechen noch was geben.
:: Machen wir doch auch.
:: Nee, wir müssen, aber wollen nich.
:: Aber jetzt kommen ja eh die Spanier … Die wolle jetzt auch unser Geld.
:: Nee, sagt die EU. Die Diskussion sei bizzar. Die Spanier bräuchten kein Geld, zumindest nicht von uns — geschenkt.
:: Das sagen die ja immer und dann, müssen wir doch wieder.
:: Aber das ist doch eh schon alles durch. Der DAX steigt, trotz griechischem Ramsch, trotz Spanien. Und Euro: wird auch wieder. Sieht man doch. Mal gehts rauf, mal geht runter.
:: So wird es sein …
:: Jetzt geht es halt grad mal rauf.
:: So lang, bis es wieder runter geht, oder?
:: So ungefähr …
Thomas Schumm am 16. Juni 2010 in Börsianer im Dauerstress
von Rainer Brüderle
Wenn die Wirtschaft und die Politik
gemeinsam Kurs halten,
können wir auch bei der Wirtschaftsentwicklung
auf ein kleines Sommermärchen hoffen.
Interpretation
Was ist geschehen? Die deutsche Wirtschaft zeigt sich erstaunlich robust. Laut der traditionellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie und Handelskammertags (DIHK) , schätzen erstmals seit Herbst 2008 wieder mehr Firmen die Lage positiv als negativ ein. Der Export läuft gut, dank eines schwachen Euros. Aber auch die Binnenwirtschaft belebt sich. Es sollen sogar wieder mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.
Auch auf europäischer Ebene lichtet es sich etwas: Die Spanier bekommen wieder Kredit (wenn auch zu schlechteren Konditionen). Der Euro stabilisiert sich, wobei hier keine deutlichen Steigerungen zu erwarten sein dürften.
Wo Zweifel angebracht sein dürften: bei der Politik.
Vielleicht wird es ja ein klitzkleines Sommermärchen. Es war einmal der Rainer, die Angie und der Guido, die wollten sparen und die Steuern senken …
Thomas Schumm am 15. Juni 2010 in Börsen-Lyrik
Endlich wissen wir was BP eigentlich heißt: bald pleite. Ich halte die Überlebenschancen von BP mittel- bis langfristig für sehr gering, zumal über Pleite, Zerschlagung, Übernahme nicht an der Wall Street, sondern in Washington entschieden werden dürfte.
Millionen Liter Rohöl sind seit der Haverie der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon ins Meer geflossen. Täglich blubbert es weiter. Inzwischen hat die Aktie gut 45 Prozent ihres Werts verloren und die Dividende soll ausgesetzt werden. Unter Investoren steigt deshalb die Nervosität und Washington macht weiter Druck. Die Entschädigungszahlungen werden inzwischen auf 40 Milliarden Dollar geschätzt — Tendenz steigend.
Vielleicht will ja die US-Regierung ein Exempel statuieren? Ihre Aufsichtsbehörde in diesem Bereich hat gelinde gesagt versagt [die Aufsichtsbeamtem gingen mit den Ölmanagern der Branche lieber saufen und huren, wie man hört -- Spätfolgen der Bush-Regierung]. Wird nun mit Härte nachgeholt, was vorher versäumt wurde? Möglich.
Problematisch ist auch: Das gesamte Geschäftsmodell von BP (und das der Branche) wankt ein wenig. Ohne Tiefseebohrungen wird es künftig angesichts immer spärlicher sprudelnder (zugänglicher) Onshore-Vorkommen schwierig Geld zu verdienen. Doch welches Unternehmen/Investor wird diese wagen, wenn dadurch unkalkulierbare Risiken entstehen?
Ob man derzeit sein Erspartes in BP-Aktien stecken sollte … ich weiß nicht.
Thomas Schumm am 14. Juni 2010 in Schämecke
… zumindest ist auch Japan ein bisschen Griechenland. Sagt nicht irgendwer, sondern der neue Regierungschef Naoto Kan: “Wie wir es an den Irritationen in der Euro-Zone sehen können, die von Griechenland ausgegangen sind, gibt es ein Ausfallrisiko, wenn die wachsenden Staatsdefizite missachtet werden und das Vertrauen am Anleihenmarkt verloren geht. Nippon ist eines jener Länder, die die Sache mit der Staatsverschuldung perfektioniert haben. Sie betragen gut 200 Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt).
Allerdings muss man sagen: Die Japaner finanzieren ihre Schulden überwiegend selbst. Auf das Ausland sind sie nicht angewiesen. Zudem sind sie eine der größten Gläubigernationen weltweit (auch sie finanzieren fleißig das US-Defizit). Das Problem der Japaner (wie auch das von uns Deutschen) ist die Alterung der Bevölkerung. Was heißt: Theoretisch(!) wird im Alter weniger gespart (wozu auch?) und mehr ausgegeben (wirklich?). Wenn dem so ist, dann könnte demnächst in Japan ein wichtiger Financier für die Staatsschulden wegfallen. Zugleich besteht aber die Hoffnung, dass die Mehrausgaben (Konsumfreude der Alten) sich auch in höheren Steuereinnahmen niederschlagen, womit wiederum Schulden getilt und/oder Zinsen gezahlt werden können.
Verschäfend kommt in Japan hinzu: Dort kann kaum gespart werden ohne die ohnehin schon schwelende Deflation der zurückliegenden 20 Jahre noch weiter zu verschärfen. Ein durchs Sparen provozierter Rückfall in eine Rezession kann sich Japan (eigentlich) nicht erlauben. Bei diesen Voraussetzungen kann man der neuen japanischen Führungsriege nur gutes Gelingen wünschen. Bis Ende Juni sollen Pläne vorliegen.
Thomas Schumm am 11. Juni 2010 in Allgemeines
Lauter gute Nachrichten:
- China steigert im Mai seine Exporte um 49 Prozent! Sehr gut. Wenn es sonst schon nicht rund läuft in der Weltwirtschaft, dann wenigstens in China.
- Spanien kann am Kapitalmarkt 3,9 Milliarden Euro mit einer 3-jährigen Anleihe einsammeln. Die Nachfrage war wohl doppelt so hoch. Geht doch!
- Der Euro stabilisiert sich gegenüber dem Dollar.
Kein Wunder, dass der DAX da zulegen kann.
Was es sonst noch gab:
EZB-Chef Jean-Claude Trichet verteidigt Anleihenkäufe: “Es ist nach wie vor angemessen, dass wir Anleihen kaufen.” Der Geldmarkt funktioniere nach wie vor nicht perfekt, so eine Begründung. Das heißt: Die Banken vertrauen sich nach wie vor nicht und legen ihr Geld lieber bei der EZB an. Die Kreditvergaben sind deshalb auch eher spärlich. Solange dies so bleibt, droht auch keine Inflation. Die Gefahr ist jedoch latent vorhanden.
Thomas Schumm am 10. Juni 2010 in Die Börsen-Nachrichten
Der DAX bewegt sich wieder Richtung 6000 Punkte. Es bleibt (vorerst) dabei: Die Börse weiß nicht wohin. Schuld sind die nach wie vor unklaren Signale aus der Politik, die in diesem Fall gar nicht so kurze Beine hat. Im Gegenteil: Die Politik ist zu einem bestimmenden Faktor der Finanzmärkte geworden. Sie schlucken? Ich auch.
Bei aller Liebe für eine gewisse Ordnung an den Märkten, Liberalität [ja, ja, inzwischen ein verpönter Begriff] ist doch die Grundvoraussetzung für unser Wirtschaftssystem. Doch inzwischen muss man ja fürchten, dass selbst unser Super-Guido, wenn bei den Umfragewerten zu Recht weiter gegen Null tendiert, noch für vehmente Marktbeschränkungen eintritt.
Warum steigt der Markt heute eigentlich? Ach ja, der Dow legt zu. Uns sonst? Die Problem, die jüngst noch für Kursverluste gesorgt haben sind nicht kleiner geworden. Griechenland meldet sogar im ersten Quartal einen deutlicheren Wirtschaftseinbruch (minus 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal) als erwartet. Aber vermutlich kann Griechenland schon niemand hören.
Vielleicht bewegt ja den DAX die Hoffnung auf eine “neue Regierung” [eigentlich haben wir ja derzeit keine wirkliche Regierung] in Deutschland. Immerhin besteht die Hoffnung, wenn auch sehr sehr theoretische, dass Kanzlerin Merkel mit ihrem Kanditaten Wulff bei der Bundespräsidentenwahl scheitert und die Chaos-Combo sich auflöst.
Übrigens (in eigener Sache):
Ich würde gerne auch unter das Dach der GEZ und auch ein klein wenig von den Milliarden abbekommen, jetzt wo es eine Zwangsabgabe für alle Haushalte geben soll. Muss das schön sein: Machen können, was man will und dafür auch noch immer Geld bekommen und nicht zu knapp.
Allerdings bin ich weder öffentlich-rechtlich Fernsehschaffender, noch Bauer, noch Hotelier, noch gehöre ich dem Klerus an.
Aber die Zeit ist reif: Wir brauchen endlich eine Zwangsabgabe für frei Journalisten für eine verlässliche Kalkulationsgrundlage und ein menschenwürdiges Dasein, schließlich erfüllen wir auch einen Nachrichtenversorgungsauftrag.
Thomas Schumm am 09. Juni 2010 in Die Börsen-Nachrichten
Wenn du glaubst es geht wiedeeer, dann kommt von irgendwo ein Krislein her. Eigentlich war es ja ganz gut gelaufen mit dem DAX heute — bis 13 Uhr. Dann verkündeten die Ungarn [diesmal also die Ungarn], dass es mit ihrem Staatshaushalt gar nicht so gut aussehe. Augenblicklich setzen die üblichen Mechanismen ein: Forint stürzt ab, Euro stürzt ab, DAX stürzt ab. Die ungarische Regierung kündigt umfangreiche Maßnahmen an, um die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. [Steht Ungarn nicht schon unter der Fuchtel des IWF? Hatte der IWF das Land nicht erst vor zwei Jahren vor der Pleite bewahrt?]
Das einzige, was derzeit auf der Welt wirklich zu wachsen schein [bei den Chinesen muss man ja auch schon Zweifel hegen] sind die Haushaltslöcher. Das von Ungarn soll mit 7,5 Prozent nun doppelt so groß sein wie bislang angenommen.
Dann sind auch noch die US-Arbeitsmarktdaten ausgefallen als prognostiziert. Der Beschäftigungszuwachst kam vor allem durch “Volkszähler” zustande. Aber da war die Stimmung vermutlich schon dahin.
Es bleibt bei den Wellblechbörsen. Mal auf, mal ab. Ein Trend ist nicht auszumachen — von mir zumindest nicht.
Thomas Schumm am 04. Juni 2010 in Die Börsen-Nachrichten