Baywa. Hört sich nach Bauernmarkt an? Vielleicht, doch der Münchner Mischkonzern ist in zahlreichen durchaus interessanten Sparten tätig. Zum Beispiel: Saatgut, Dünger, Futtermittel, Planzenschutz, Getreide. Oder im Bereich Energie: Kraftstoffe, Heizöl, Schmierstoffe, Festbrenntechnik, erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windenergie).
Im Geschäftsfeld erneuerbare Energien wurde viel akquiriert und mittelfristig soll dieses Segment eine Milliarde Euro Umsatz erwirtschaften (derzeit liegt der Konzernumsatz bei gut sieben Milliarden Euro). Erneuerbare Energien tragen dazu bislang magere 12 Millionen Euro bei.
Generell soll es nach dem schwierigen Jahr 2009 in diesem Jahr wieder besser laufen, sagte die Konzernleitung auf der heutigen Bilanzpressekonferenz.
Für 2009 wird eine Dividende von 40 Cent angestrebt, was auf dem derzeitigen Kursniveau von 28 Euro eine Dividendenrendite von rund 1,5 Prozent bedeutet.
Günstig ist die Aktie nicht mehr bewertet, aber die Tätigkeitsfelder machen sie doch reizvoll.
Wie immer gilt: Dies ist keine Empfehlung. Jeder muss selbst wissen, was er mit seinem Geld macht.
Thomas Schumm am 31. März 2010 in Fresh Money Buys
Sollten Sie diese Zeilen noch lesen, dann sind wir (vermutlich) nicht in einem Schwarzen Loch verschwunden, wie manche Skeptiker befürchtet haben. Vermutlich deshalb, weil es ja womöglich noch passieren kann oder, weil man vermutlich nicht so genau weiß, was hinter einem Schwarzen Loch kommen (oder doch, ich bin kein Physiker). Was das alles soll? Am Cern hat — endlich — eine Teilchen-Kollision stattgefunden, wobei auch winzige kleine (tückische?) Schwarze Löcher entstehen können.
Gesetzt den Fall wir befinden uns doch auf der anderen Seite eines Schwarzen Loches, gleich die schlechte Nachricht: Auch dort gibt es fallende Kurse. Der DAX drehte nach einem recht guten Auftakt mit Kursen über 6200 Punkten(!) ins Minus (der Sog des Schwarzen Lochs?).
In keine Schuldenloch sind die Griechen gefallen. Nach wie vor finden sich Gläubiger, wenn auch nach wie vor recht stattliche Zinsen geboten werden müssen. Na ja, während es am Montag noch recht gut lief, war es heute schon etwas zäher.
Zur Inflationsentwicklung: Verbraucherpreise und Einfuhrpreise ziehen an, wenn auch nicht dramatisch. Zurückzuführen ist das vor allem auf die Sprit- und Heizölpreise beziehungsweise die Rohölpreise. Von “echter” Inflation ist (noch) nichts zu spüren. Die Frage ist eher: Wo fließt all das schöne Geld hin? Wo bildet sich die nächste Blase? Bei Staatsanleihen (Schulden)?
Noch eine gute Nachricht für die Fanzosen: Bei uns steigen die Arbeitskosten. Unsere Wettbewerbsfähigkeit leidet mithin, was unsere Exportkraft schwächt. Ob wir deswegen mehr konsumieren? Wohl kaum. Warum? Der Großteil der Kostensteigerung ist auf einen Rückgang der Arbeitszeiten zurückzuführen. Mehr Geld dürften die Arbeitgeber deswegen nicht in der Tasche haben, eher im Gegenteil.
Thomas Schumm am 30. März 2010 in Die Börsen-Nachrichten
Die Börsen-Nachrichten.
Griechenland:
Gerettet. Frau Merkel hat sich durchgesetzt. Es hilft der IWF und bilateral auch EU-Staaten, falls denn notwenig.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Rettungsfall kommt, wird allgemein als gering eingestuft, was stutzig machen sollte. Aber noch hat es ja bei Griechenland ganz gut geklappt mit der Finanzierung der Schulden.
Portugal:
Die Spekulaten-Karawane zieht weiter. Portugal wurde in dieser Woche heruntergeratet von Fitch. Für die Portugisen bedeutet das: Sie müssen jetzt mehr Geld für Zinsen ausgeben.
Der Euro:
Er steigt wieder (leicht) an, nach der Griechenland-Einigung. Mir scheint allerdings, die Sache mit dem Euro wird deutlich übertrieben. Entweder ist er zu stark oder zu schwach. Bei 1,50 (zum Dollar) kam er mir jedenfalls deutlich überbewertet vor. Bei 1,33 immer noch überbewertet, wenn auch nicht mehr deutlich. Euro und Dollar liegen halt beide auf dem Krankenbett. Mal geht es dem besser, mal dem anderen.
Gold:
Wieder über 1100 Dollar die Unze. Griechenland, Portugal und alle anderen Schuldenkönige auf dem Planeten konnten den Goldkurs nicht so recht voranbringen. Offenbar steckt das “Krisenmetall” nach wie vor in einer Konsolidierung. Sollte man weiter im Blick haben und gegebenenfalls kaufen, besonders die, die mit dem Ende von Papierwährungen, Inflation, etc. rechnen.
Der DAX:
Ja, Sachwerte sind wieder gefragt. Aktien zählen zu zurzeit zu der Vermögensklasse mit der höchsten Populatität. Dürfte auch so bleiben (siehe Gold).
Infineon:
Der Halbleiterwert ist wieder in einer Aufschwungphase. Noch aufspringen? Vielleicht mit einem Discount-Zertifikat mit Risikopuffer.
Thomas Schumm am 26. März 2010 in Die Börsen-Nachrichten
nach Motiven von Giorgos Papandreou
Wenn nicht diese Schulden wären
Im Kriegszustand ist unser Land
Kriegstreiber, diese Spekulanten
Rücken an mit CDS
Massenvernichtungswaffen
Doch auch du oh Angelos Philippidis
Als Post-Bank-Chef von Athen
Hast mit Credit Default Swaps
Gewettet auf die Pleite unseres schönen Griechenlands
Damals noch regierte unser Land
Dein Freund Kostas Karamanlis
Jetzt brauchen wir Revolution
Um zum überwinden diese Schuldenkrise
Ihr Heuchler ihr
Versucht mit Spekulation
Zu verdienen Geld
An unsrem schönen Griechenland
Thomas Schumm am 24. März 2010 in Börsen-Lyrik
Wo stehen wir jetzt?
a) Deutschland ist Schuld am wirtschaftlichen Niedergang Europas.
b) Deutschland ist Schuld an der eigenen (klar) und der Verschuldung aller anderen Staaten Europas.
[der Autor sagt schon mal: mea culpa, mea maxima culpa.]
c) Deutschland hat zu niedrige Löhne.
d) Die Deutschen konsumieren zu wenig.
e) Die Deutschen verkaufen zu viel (ins Ausland).
f) Die Deutschen haben versucht — wenigstens Ansatzweise — ihre Wirtschaft und ihre Sozialsysteme in Ordnung zu bringen.
g) Die Deutschen sind Schuld am niedrigen Euro (weil sie nicht endlich Griechenland mit Barem unterstützen, sagt deren Vize-Premier Theodoros Pagalos).
h) Deutschland soll endlich mal wieder zahlen. Zunächst an Griechenland, Spanien, Portugal, Italien … Jemand vergessen?
Mein Vorschlag (der mir als überzeugter Europäer und Euro-Befürworter wahrhaft wehtut):
SCHLIESST DEUTSCHLAND AUS DER EU AUS. DANN WIRD ALLES GUT!
Wie denken Sie darüber?

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Thomas Schumm am 22. März 2010 in Wirtschaftswunder
Hört ihr sie drucken? Ja, da ist dieses Surren, ganz entfernt, jenseits des Atlantiks. Monetarisierung, sagen die Volkswirte vornehmen. Das gemeine Volk (ohne Wirte) spricht — vulgo — von Geld drucken oder Inflation.
In diesem Fall “druckt” die Fed genauer gesagt, sie kauft Anleihen — Staatsanleihen oder immobiliengesicherte Anleihen von notleidenden verstaatlichten Immobilienfinanzierern.
Die Fed-Bilanzsumme ist dadurch nun auf ein neues Rekordhoch von 2,3 Billionen Dollar gestiegen. Ergo: Von einer Normalisierung der Geldpolitik ist mithin noch nicht viel zu spüren. Allerdings: Das Aufkaufprogramm für immobiliengesicherte Anleihen soll noch in diesem Monat auslaufen.
Es weht ein Hauch von Inflation über die Märkte. Anleger sollten sich wappnen.
Hier noch ein nicht ganz aktueller Chart zum Thema:

Quelle: Haver Analytics, Morgan Stanley
Thomas Schumm am 19. März 2010 in Wirtschaftswunder
Geht es beim Sirtaki nicht auch einen Schritt vor und einen zurück? Wenn ja, haben sich Politik und Spekulaten dieses Prinzip gleich zueigen gemacht. Heute war Griechenland wieder einmal ein Belastungsfaktor. Griechenland könnt sich, so die “Befürchung”, an den IWF wenden. Die Regierung dementierte. Egal. Mit dem Euro ging es abwärts. Auch die Risikoaufschläge für griechische Anleihen sind wieder gestiegen. Irgendwie scheint die griechische Krise noch so gar nicht ausgestanden.
Ein Schock war auch die Nachricht, die Fed könnte den Diskont erneut erhöhen. Warum eigentlich? Sie wird es demnächst tun, um den “normalen” Abstand zwischen Fed Fund Rate (Leitzins) und Diskontsatz wieder herzustellen.
Die Börsen bewegen sich also zwischen neuer Krisenangst und Normalisierung der Geldpolitik.
Thomas Schumm am 18. März 2010 in Die Börsen-Nachrichten
:: … huch, schon wieder über 6000, der DAX …? Gar nix gemerkt …
:: ja, ging dann doch schnell
:: hm — und warum?
:: Liquidität. Die Amis lassen die Zinsen bei Null. Die Japaner pumpen weiter Geld in den Kreislauf.
:: ach so
Thomas Schumm am 17. März 2010 in Börsianer im Dauerstress
Leistung muss sich wieder lohnen. Leistung muss sich wieder lohnen. Leistung muss sich wieder lohnen. Leistung … Is ja gut. Unser Guido [Westerwelle, derzeit Außenminister, oder?] kann sein Mantra gar nicht oft genug wiederholen, so gut gefällt es ihm.
Und? Ja, wir Deutschen haben uns angestrengt in den vergangenen 7 Jahren.
Damals als der Gerd [Schröder, Ex-Bundeskanzler] an das Rednerpult des Bundestags trat: “Entweder wir modernisieren — und zwar die Marktwirtschaft — oder wir werden modernisiert — und zuwar von den ungebremsten Kräften des Markts, die das Soziale beiseite drängen würden.”
Die Agenda 2010 war geboren, 2003, in den Iden des März, fast jedenfalls. [Dafür müsste ihm ein Denkmal gesetzt werden. Der erste -- vermutlich auch der letzte -- deutsche Politiker, der Sozialreformen ernsthaft anging. Danke nochmal.]
Nun steht Deutschland recht gut da. Und? Gibt es ein Lob? Nein! Stattdessen: Gemecker von den Nachbarn.
Deutschland sei zu stark, sagt die französische Finanzministerin Chrisitine Lagarde. Zu viele Exporte. Vielleicht auch zu wenig Schulden? Zu niedrige Löhne? Häh?
Das ist ein klarer Fall für Super-Guido. Er möge doch mal Frau Lagarde erklären, dass sich Leistung lohnen muss …
Thomas Schumm am 16. März 2010 in Wirtschaftswunder
Unsere neue Serie
Männliches zur Frauenquote.
Endlich wissen wir, warum die Firmenfarbe
der Deutschen Telekom Pink ist …
Thomas Schumm am 16. März 2010 in Freudenstadel
Was für ein Aufstieg: Im vergangenen Jahr noch Rang 61, in diesem Jahr Platz 8. Eike Batista zählt nun laut Forbes Liste mit einem Vermögen von 27 Milliarden Dollar zu den Reichsten der Reichen. Batista, der Jugendjahre in Deutschland verbrachte und hier auch Ingenieurwissenschaften studierte (abgebrochen), steht wie kaum ein anderer für den proklamierten Aufstieg Brasiliens in die Spitzenliga der Industriestaaten.
Schon jetzt ist Brasilien Mitglied im exklusiven Club der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), die als die wachstumsstärksten unter den aufstrebenden Schwellenländern eingestuft werden. Einige brasilianische Firmen sind schon heute Weltklasse: Vale ist einer der größten Bergbaukonzerne, Embraer zählt zu den frührenden Flugzeugbauern, JBS produziert so viel Rindfleisch wie sonst keiner auf dem Globus, Cosan ist Top in der Zucker- und Ethanolherstellung, Aracruz ist spitze bei der Zellulosegewinnung, Brasil Food bei der Geflügelverarbeitung, Petrobras bei Öl und Gas …
Batista selbst ist Präsident der von ihm gegründeten EBX Gruppe. Diese war erst im Gold-, dann im Erz- und dann im Ölgeschäft (bei der Privatisierung Lizenzen ersteigert) tätig. Heute gehören zu den Aktivitäten auch Infrastruktur (Hafenbau), Immobilien und Freizeit (Hotels, Chinarestaurants). Batista will jedoch nicht “nur” wirtschaftlich erfolgreich sein, er will Brasilien verändern – zum Besseren (sagt er zumindest). Er will einen “humanistischen Kapitalismus” (sozusagen Reichtum für alle) und ruft auch schon mal deutsche Konzernchefs dazu auf, in Brasilien zu investieren, um den Aufschwung dort nicht zu verschlafen. Mal sehen, ob die Inkasonne (Logo von EBX) weiter über Eike Batista strahlt?
Eike Batista im Interview

Thomas Schumm am 12. März 2010 in Freudenstadel
Die Binnenkonjunktur lahmt.
Die Investitionsneigung der Firmen sinkt.
Die Konsumenten wollen nicht kaufen.
Die Wirtschaft verliert an Dynamik, sofern man in diesem Zusammenhang überhaupt von Dynamik sprechen kann.
Die Wirkung der Abwackprämie für energiefressende Haushaltsgeräte lasse nach.
Wieder ein Konjunkturpaket verpufft.
Schon oft gehört? Willkommen in der Krise. Willkommen in der japanischen Dauerkrise.
Sie wird nun 20. Vor 20 Jahren kam der Nikkei und Japans Immobilienmarkt so richtig ins Rutschen.
[Bis dahin hatten wir alle mit japanischen Covered Warrants prächtig gezockt -- vorvalutarisch, weil man dann (als Student) keinen Einsatz brauchte. Ach ... Viele verpassten aber den Ausstieg und blieben -- finanziell -- auf der Strecke. Aber das nur nebenbei.]
Nun zig Konjunkturpakete –, die die Staatsverschuldung in Richtung 200 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt getrieben haben — später, sieht es wieder so aus, als würde Japan nach einem ganz kurzen Aufflackern wieder in die Rezession, Deflation oder sonst irgendetwas Deprimierendes rutschen.
Mit Japan wird das nichts mehr?
- Die Notenbank kann kaum noch Einfluss nehmen: Die Zinsen sind nun schon seit Menschengedenken bei mehr oder weniger Null.
- Die konsumwillige Jugend quält sich durch schlechtbezahlte Jobs.
- Die Alten sparen zwar weniger (schlecht für die Finanzierung des Staatsdefizits), aber konsumieren jetzt auch nicht gerade weltmeisterlich.
- Wenn die Preise wieder sinken (sollten), dann ist das auch kein Anreiz zum Konsumieren.
- Vieles hängt am Export.
Auch nach 20 Jahren hat es nicht den Anschein, als wäre die Krise in Japan demnächst vorbei. Ein Menetekel auch für andere Staaten?
Die Krise im Bild: bitte hier weiterlesen »
Thomas Schumm am 11. März 2010 in Wirtschaftswunder