Nur so eine Frage:
Was lassen Scheichs eigentlich runter, wenn sie pleite sind?
Hosen? Den Kaftan?
Plötzlich sind die Emiraties aus Dubai klamm.
Oh Wunder, oh Wunder.
Etwa zu viel auf Sand gebaut …? Oder die Steigerung: Zu viel auf Sand und Wasser gebaut?
Jetzt muss ich Herr Zwegat Geschichten aus dem einstigen Übermorgenland anhören.
Thomas Schumm am 26. November 2009 in Börsen-Lyrik
Schäuble tut es. Trichet tut es. Die Bundesbank tut es. All waren sie.
Schäuble warnt: “Das Finanzsystem ist nach wie vor anfällig, die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern weiterhin groß, und die Probleme im Bankensektor sind nicht gelöst. Es ist zu früh für eine Entwarnung.” Und die Banken warnt er: “Nur sollte niemand auf Zeit spielen in der Hoffnung, schärfere Regeln würden gar nicht mehr kommen. Sie werden kommen.”
Trichet warnt: “Unsere Demokratien werden eine so umfangreiche Unterstützung des Finanzsektors mit dem Geld des Steuerzahlers nicht zweimal akzeptieren. Und unsere 330 Millionen Bürger in der Euro-Zone werden sicher keinen Rückfall in die Zeiten übermäßiger Risikobereitschaft tolerieren.”
Die Bundesbank warnt Schäuble: “Wenn die notwendige Konsolidierung nicht zügig und konsequent angegangen wird, besteht auch die Gefahr, dass vor dem nächsten Abschwung noch keine solide Haushaltsposition erreicht sein wird. Insgesamt sind vor diesem Hintergrund und wegen der hohen Defizite und Schulden weitere Ausgabenerhöhungen und Steuersenkungen ohne Gegenfinanzierung ein problematisches Signal.”
Ach und die Kanzlerin warnt auch noch: Deutschland befinde sich in einer ernsten Situation. Besonders im Bankenbereich gebe es Risiken für die Wirtschaftserholung.
Thomas Schumm am 20. November 2009 in Wirtschaftswunder
Es sind doch wieder die Exporte, die uns retten werden, so glaubt jedenfalls die OECD. Die Exporte sollen 2010 um 7,2 Prozent wachsen, nach einem geschätzten Rückgang von 14,4 Prozent in diesem Jahr. 2011 sollen die Ausfuhren nochmal um 8,1 Prozent zulegen. Der Konsum bleibt dagegen flau. Er wird 2010 wohl nur um 0,4 Prozent zulegen. Überhaupt ist der Anstieg nur den Konjunkturpaketen geschuldet. Dämpfend wirkt sich die zu erwartende höhere Arbeitslosigkeit aus. Die OECD geht von einer Quote von 9,2 Prozent aus, nach 7,6 Prozent (ILO-Standard) in diesem Jahr.
Insgesamt heißt das: Die Wirtschafts könnte laut OECD im kommenden Jahr um 1,6 Prozent expandieren. 2011: plus 1,9 Prozent. 2009 dürfte die Wirtschaft um 4,9 Prozent geschrumpft sein.
Der DAX lässt sich heute von diesen eigentlich positiven Daten nicht beeindrucken. Alles schon drin in den Kursen? Zumindest kurzfristig schon. Die aktuelle Kerzenformation stimmt für die kommenden Tage nicht gerade hoffnungsfroh.

Thomas Schumm am 19. November 2009 in Konjunktur-Wundertüte
Die Unternehmensergebnisse in den USA im 3. Quartal sind eine echte Überraschung. Nach offiziellen Angaben haben die tatsächlichen Quartals-Zahlen die Analysten-Prognosen noch zu keinem Zeitpunkt zuvor in derart fulminanter Weise übertroffen (siehe Grafik). Wirken hier nur die Konjunkturpakete oder ist es der beginn eines echten Zykluses (Lager auffüllen, Investionen, selbsttragender Aufschwung)? Im zweiten Fall würde das klar für den Aktienmarkt sprechen.
Über den Erwartungen
S&P 500 Unternehmen, die besser als der Analysten-Consensus meldeten

Umfrage zum Thema

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Thomas Schumm am 18. November 2009 in Die Börsen-Nachrichten
Die blonde (gibt es eigentlich eine weibliche Form von Guru?), okay, Augurin (geht das?) Meredith Whitney hat sich den Flug der Kurse in den vergangenen Wochen und Monaten genau angesehen und ist zu dem Schluss gekommen: so geht es nicht weiter. Alles sei nur von einem Übermaß an Liquidität getrieben. Banken seien zu teuer. Es drohe eine Double-Dip-Recession.
Hier in Wort und Bild

Thomas Schumm am 17. November 2009 in Folge dem Geld
Nachdem kürzlich die Notenbanker der Welt ihre Sitzungen abgehalten hatten, war klar: Von der begonnenen Politik der Reflationierung* werden sie kein Jota abweichen. Sie wollen die Weltwirtschaft und ihr Finanzsystem durch billiges Geld retten – Spekulationsblasenrisiko hin oder her. Es wird zur Not zusätzliches Geld in den Kreislauf gepumpt und dafür auch die Verschuldung weiter gesteigert. Gut für den Goldpreis. Er steigt.
Gold wird von vielen inzwischen als Versicherung gegen ein Scheitern des großen Notenbank-Experiments angesehen. Besonders Indern und Chinesen wird es anscheinend mulmig. Sie kaufen Gold, was der Markt hergibt. Jüngste Beispiel: Indien erwirbt die Hälfte der zum Verkauf stehenden Goldreserven des Internationalen Währungsfonds (IWF). Immerhin waren das 200 Tonnen oder rund acht Prozent der jährlichen Schürfmenge.
Auch die Chinesische Regierung hält mittlerweile ihre zahlreichen Bürger dazu an, in den staatlichen Goldshops fleißig einzukaufen. Um den Bedarf zu denken, könnte China deshalb, so die Spekulationen, die andere Hälfte des IWF-Goldschatzes abnehmen.
Was lernen wir: asiatische Sparschweine sind golden.
*Nebenwirkungen:
Die Politik des billigen Geldes und der niedrigen Zinsen kann zu Inflation führen. Doch dieser Kolatoralschaden ist durchaus erwünscht.
Thomas Schumm am 12. November 2009 in Folge dem Geld
Wenn etwas nichts kostet, ist es auch nichts wert. So hieß es früher einmal. Der Dollar kostet zurzeit nichts (oder fast nichts). Also nicht der Dollar selbst, sondern sozusagen Geld in Dollar. Ein Hedgefonds oder eine Bank können sich bei der amerikanischen Notenbank (Fed) dieser Tage Geld (Kredite) für umsonst (Nullzinsen) besorgen. Das ist schön, hilft es doch die kränkelnden Banken wieder aufzupäppeln (obwohl in den USA noch immer reichlich viele geschlossen werden). Aber offenbar wird das billige Dollar-Geld auch anderweitig verwendet. Zum Spekulieren beispielsweise.
Carry Trades sagen die Fachleute dazu. Man nimmt also das Dollar-Geld hier (umsonst) und trägt es anderswo hin (to carry) und kauft sich dort was Schönes (to trade). Dieses Schöne befindet sich meist in einem anderen Land und wirft deutlich mehr Rendite ab. Man kauft global Aktien, Anleihen oder Rohstoffe – hauptsache der Zins stimmt.
Die Effekte:
Der Dollar sinkt im Kurs (und mit ihm der chinesische Yuan, da der mit dem Dollar gekoppelt ist), weil ja für den Kauf der Aktien oder Anleihen in der Regel eine andere Währung als der Dollar benötigt wird. Also wird der Dollar verkauft und die entsprechende Währung gekauft.
So mancher Währungs-Spekulant dürft inzwischen auch schon auf den Trichter gekommen sein und wird versuchen gegen den Dollar zu handel – er wird ihn leerverkaufen und so zusätzlich für Abgabedruck sorgen.
Die Aktien-, Anleihen- oder Rohstoffmärkte weltweit werden aufgebläht. Es entsteht – vulgo – eine (Spekulations-)Blase.
Blasen neigen dazu irgendwann zu platzen und sehr viel Verderben über Beteiligte und Unbeteiligte zu bringen.
Der Billig-Yuan sorgt in China für besondere spekulative Verzerrungen (Immobilienmarkt).
Wie lange können die Notenbanken dem noch zusehen, bis sie Einhalt gebieten (müssen)?
Andererseits dürfen sie nicht zu auffällig Geld abziehen (Zinsen erhöhen), weil dies die konjunkturelle Erholung gefährden könnte.
Zumal sich US-Notenbanker skeptisch zur US-Konjunktur äußern: “Stärke und Länge des Wachstums stehen infrage”, sagte Janet Yellen, die Präsidentin der Notenbank von San Francisco und Atlantas Fed-Chef Dennis Lockhart meint: “Das ökonomische Bild liefert auch ernüchternde Aspekte.”
Wann werden die Märkte die Risiken erkennen und ein Handeln der Notenbanken vorwegnehmen?
Es bleibt spannend, sehr spannend.
Thomas Schumm am 11. November 2009 in Folge dem Geld
Was doch 20 Milliarden Dollar in einem menschlichen Gehirn anrichten können. Lloyd Blankfein, Chef der US-Großbank Goldman Sachs, sieht sich im Auftrag des Herrn unterwegs. Er verrichte mit dem Geldhaus Goldman Sachs “Gottes Werk”.
So muss man das also sehen. Damit wird einiges klarer. Auch die Sache mit der Kollekte für die Banken als es diesen besonders schlecht ging. Wenn es um “Gottes Werk” geht, dann spenden wir doch gerne, oder? Aber wenigstens ein “Vergelt’s Gott” hätten wir hören wollen. – Jedoch? – Nichts. Undank ist wohl der Welten Lohn. Wenigstens geht des Herrn Blankfein und seinen Kollegen wieder gut. Sie gönnen sich eben jene 20 Milliarden Dollar von denen Eingangs die Rede war als Boni.
Kein Wunder, dass die Menschheit immer weniger Lust auf (diesen) Kapitalismus hat.
Aber anstatt den Kapitalismus als Ganzes in Haft zu nehmen (wir haben kein besseres Wirtschaftssystem), sollte man sich darüber Gedanken machen, wie man ihn verbessert. Oder vielleicht könnten sich die Banken nun auch, in Form einer kleinen Kollekte untereinander, an der Sanierung der Weltwirtschaft beteiligen, so im Auftrag des Herrn. Amen.
Thomas Schumm am 10. November 2009 in Schämecke
Gleich mal zu den Fakten: Das Produzierende Gewerbe stellte in dem Zeitraum von Juli bis September 3,5 Prozent mehr Güter her. Im September lag das Plus allein bei 2,7 Prozent. Eine positive Überraschung. Volkswirte hatten nur ein Plus von 2 Prozent vorausgesagt. Auch bei den Exporten läuft es wieder besser. Die Ausfuhren stiegen im September um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Rückschlag vom August ist damit wieder wettgemacht worden. Zugleich ist es einer der stärksten Anstiege in den zurückliegenden Jahren. Feierlaune auch beim DAX. Er klettert um rund 2,4 Prozent.
Ergo:
1.
Die Exporte steigen. Das ist sehr wichtig für das stark auf Ausfuhren ausgerichtete deutsche Geschäftsmodell. Umso beachtenswerter ist das, als der Euro recht stark tendiert. Die Exporte bleiben die wichtigste Triebfeder für die Wirtschaft hierzulande (auch, wenn man vielleicht das Geschäftsmodell in Teilen überdenken sollte).
2.
Deutschland scheint tatsächlich schnell den Weg aus der Rezession zu finden.
3.
Der Dollar. Das Sorgenkind. Die Schwäche setzt sich fort. Warum? Sind es Carry-Trades? Eine interessante These. Würde erklären, weshalb der Dollar fällt, wenn Gold, Aktien, etc. steigen und vice versa. Dazu mehr in den nächsten Tagen.
4.
Gold bleibt beliebt. Die Chinesen lieben jetzt Gold so sehr, dass sie es in staatlichen Goldshops an die Bevölkerung verkaufen. Kürzlich war der Goldbesitz noch verboten. Offenbar mag man keine Devisenreserven in Dollar mehr. Plusvisionen wird in der Sache weiter berichten.
Thomas Schumm am 09. November 2009 in Konjunktur-Wundertüte
Die Arbeitslosenzahlen in den USA schnellen erstmals seit den frühen 1980er-Jahren wieder über die Marke von zehn Prozent. Was haben wir in den vergangenen Jahren nicht alles von unseren Politikern und Fachleuten gehört: Wir müssen es nur so machen wie die USA uns schwuppdiwupp hätten wir schon keine Arbeitslosen mehr. Alles Zwänge müssen weg, dann wären auch schon bald die Arbeitslosen weg. Die Lobpreisungen des amerikanischen Systems klingen uns noch heute in den Ohren.
Und heute: Die Politik schimpft über die USA als das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus, seit die USA GM verstaatlicht (ja, ja) und die deutschen Politiker mit ihren Opel-Verkaufsplänen haben abblitzen lassen. Plötzlich sollen wir nicht mehr in die USA pilgern, um uns die allein glückseelig machenden Errungenschaften des amerikanischen Wirtschaftssystems anzugucken.
Ergo: Man sollte nicht allzu viel darauf geben, wenn sich Politiker zu wirtschaftlichen Belangen äußern. Das hat nichts mit dem wirtschaftlichen Sachverstand von Politikern zu tun (dieser ist sicherlich meist vorhanden), sondern eher mit der Interessenlage. Einfach ausgedrückt: Unternehmer wollen Geld verdienen. Politiker auch, weshalb sie Wahlen gewinnen wollen (ihren Job behalten). Und zum Wahlengewinn muss sich ein Politiker kümmern – um alles. Da wird dann auch schon mal ein Unternehmen (Opel) verkauft, das einem gar nicht gehört und später wundert man sich, dass der Eigentümer anderes damit vor hat. Oder es werden eben vermeintlich gut Ratschläge zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit gegeben.
Die Reaktionen an den Börsen waren übrigens nur sehr kurzfristig. Nach einem Schock ging es mit den Kursen wieder nach oben. Die Märkte rechnen damit, dass sich die Politik nun wieder stärker kümmern muss und neue Konjunkturpakete aufgelegt werden …
Thomas Schumm am 06. November 2009 in Wirtschaftswunder
Wer braucht noch Anleihen? Wozu Termingeld? Mit der T-Aktie lässt sich voraussichtlich eine Dividenden-Rendite von rund acht Prozent erzielen! Nun ist die T-Aktie keine Anleihe und schon gar kein Termingeld, aber die T-Aktie ist ein Sachwert (Beteiligung am Unternehmen), der Staat ist in einem nicht unerheblichen Maße an dem Unternehmen beteiligt und die Telekom setzt mit guten Zahlen zum dritten Quartal die positive Entwicklung des Vorquartals fort. Zudem bestätigt der Konzern seine im April angepasste Jahresprognose. Und, was für die Dividendenzahlung sehr wichtig ist: Der Free Cash-Flow lag mit 3,3 Milliarden Euro sowohl klar über dem Vorjahreswert von 2,2 Milliarden Euro als auch deutlich höher als der im gesamten ersten Halbjahr erzielte Wert von 1,8 Milliarden Euro.
Wer Kursverluste nicht scheut (ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringt), der kann sich durchaus von der sensationellen Dividenden-Rendite locken lassen. Am heutigen Börsentag haben das offenbar einige Börsianer getan. Die T-Aktie legt zeitweise rund drei Prozent zu.
Thomas Schumm am 05. November 2009 in Freudenstadel
Für die Freunde des Wirtschaftslebens, der Versicherungsbranche und des Büroalltags:
Stromberg ist wieder da. Die vierte Staffel. Sehenswert.
Teil 1: Beziehungen

Teil 2: Finsdorf

Thomas Schumm am 04. November 2009 in Freudenstadel