Monatsarchiv für September 2009

Infineon und Wacker Chemie

Auch wenn es mir schwerfällt (mit der Aktie Infineon habe ich so meine Probleme): Infineon ist ein klarer Fall für diese Rubrik. Die Aktie ist seit einiger Zeit in ihrem Aufwärtsdrang nicht zu stoppen. Heute halfen die gestern veröffentliche gute Ausblick von Micron Technology. Die Stimmung im Halbleitersektor scheint sich generell wieder aufzuhellen. Infineon nahm und nimmt das vorweg. Es könnte somit noch weiter nach oben gehen mit dem Infineon-Kurs. Aber Vorsicht: Die Halbleiterbranche ist extrem zyklisch. Der nächste Absturz kommt bestimmt, die Frage ist nur: wann?

Schön auch: Wacker Chemie. Dort trennt man sich vom Verlustbringer Solarwafer. Das kostet allerdings was: 50 Millionen Euro Einmalbelastung. Dennoch: Die Börse bewertet es positiv; die Aktie steigt heute um gut zwei Prozent. So kann es weitergehen.

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Thomas Schumm am 30. September 2009 in Freudenstadel

Dackelbeine

:: Es ist wie immer.dauerstress1
:: Was?
:: Heute fällt der DAX schon wieder.
:: Und das ist wie immer …?
:: Nein, die politischen Börsen.
:: Jeeeetzt sag schon!
:: Sie haben kurze Beine. Will heißen: Heute interessiert sich schon keiner mehr für den Wahlausgang.
:: Ach so. – Was sagst du zu den Amis?
:: Den Amis?
:: Die Amerikaner haben plötzlich keine Lust mehr zu konsumieren. Das Verbrauchervertrauen sackt ab.
:: Wer will es ihnen verdenken.

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Thomas Schumm am 29. September 2009 in Börsianer im Dauerstress

Anachronismus

Die neue Regierung kommt mir schon jetzt wie ein Anachronismus vor. Sie passt irgendwie nicht mehr in die Zeit. Schwarz-Geld, das klingt nach Helmut Kohl und seinen Regierungsjahren.
Jetzt, wo weltweit der Neoliberalismus in seiner Reinform verabschiedet wird, gewinnen hier die Liberalen sehr deutlich … (ist das nun von Deutschland besonders fortschrittlich oder besonders rückschrittlich?)
Eine Zwei-Parteien-Koalition jenseits der Großen Koalition – wer hätte das erwartet.

Aber ich freue mich auf die neue Regierungszeit, weil:
1.
Kanzlerin Merkel nicht mehr Mutti der Nation sein kann.
Ich kann es nicht mehr ertragen. (Kanzlerin aller Deutschen …)
Sie wird sich nicht mehr hinter den Sozis verstecken können und muss endlich was sagen(!) und auch handeln(!) Und es wird ganz schön Schimpfe geben (müssen) von Mutti, wegen der Schulden, der Bildung, dem Gemeinwesen, den Sozialkassen und so.
2.
Wir werden vor lauter Steuersenkungen bald nicht mehr laufen können. Schön. (Ich habe allerdings keine Ahnung wo das Geld dafür herkommen soll, aber egal.)
3.
Bald gibt es nur noch Privatpatienten. Auch schön. Wollen die Gelben.
Ist so ähnlich wie “Reichtum für alle” von der Linken.
4.
Die Sozis müssen endlich ihre übere latente Gutmenschen-Überheblichkeit abstreifen.
5.
Das Ergebnis der Liberalen dürfe ein singuläres Ereignis sein. Jetzt geht es wieder in die andere Richtung.

PS
Was macht die Börse?
So richtig scheint es sie zunächst  nicht zu interessieren. Ein kleines Plus. Deutlicher legen RWE und E.ON zu, wohl aufgrund möglicher verlängerter Atomlaufzeiten. Später wird dann doch noch gefeiert. Die Börsianer hoffen auf eine investorenfreundlichere Politik. Na dann, hoffentlich kommt es auch so. (Vielleicht ist es aber auch nur der Dow, der kräftig zulegt, der den DAX kräftig nach oben zieht.)

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Thomas Schumm am 28. September 2009 in Wirtschaftswunder

Nach der Wahl ist vor der Wahrheit

Ab Montag oder so, müssen wir (beginnen) ganz tapfer zu sein. Montag ist der erste Tag nach der Wahl und somit der potenziell erste Tag für Wahrheiten. Schon jetzt (vor der Wahl) fällt immer öfter das böse Wort von Steuererhöhungen. Und natürlich ist auch von empfindlichen Einschnitten (Steinbrück-Guttenberg) die Rede und hin und wieder wird auch über ein Inflationierung der Schulden “nachgedacht”, aber nur ganz ganz verschämt. [Keine Ahnung auf welchem Planeten die FDP lebt, wenn sie noch immer über SteuerSENKUNGEN schwadroniert. Dort jedenfalls darf es keine Billionen-Staatsdefizite und 100-Milliarden-Neuverschuldungspakete geben. Interessant in diesem Zusammenhang: Westerwelles verführerisches Steuer-Märchen]
Wir müssen uns gefasst machen auf:
1. Steuererhöhungen (Mehrwertsteuer um 1-2 Prozentpunkte rauf)
2. Ein paar Einsparungen (wobei diese i.d.R. politisch kaum durchsetzbar sind)
3. Inflationierung (hieran wird die Politik noch großen Gefallen finden, meiner Ansicht nach, weil: kost nix und tut auch nicht direkt weh)

Westerwelles verführerisches Steuer-Märchen

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Thomas Schumm am 25. September 2009 in Schämecke

So ist die Börse

Die Börse kommt heute nicht auf die Beine. Dabei waren die Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg gar nicht schlecht. Der die US-Arbeitsmarktdaten und der Ifo-Index fielen recht gut aus. Es hätte also … hat es aber nicht. So ist halt die Börse. Da bietet man ihr alles, aber sie will einfach nicht. (Beim Ifo-Index wurde jetzt wieder das Niveau vom September 2008 – Vor-Lehman-Niveau – erreicht.) Vielleicht drückt ja doch der hier kürzlich erwähnte Doji im DAX?

Sehr leidend sind heute die Finanzwerte (und auch mein “Lieblingswert” Infineon).  Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sieht durch mögliche Regulierungen (womöglich auf dem G20-Gipfel beschlossen) die Profitabilität der deutschen Banken in Gefahr. Mag sein. Natürlich kann es sein, dass höhere Eigenkapitalanforderungen es den Banken schwerer machen könnten, neu Kredite auszugeben.
Gleichzeitig muss aber auch gesagt sein: Eigentümer, die an den Gewinnen voll partiziperen, sollten auch einen Großteil größeren Teil der Verluste tragen, falls diese eintreten. Nun ist es ja bei Banken so: Der Eigenkapitalanteil ist im Vergleich zu Bilanzsumme gering. Mit wenig eigenem Geld, wird viel verliehen. Kommt es zum Kollaps, muss aber jemand (im Zweifel die Allgemeinheit) für den gesamten Schaden aufkommen.
Zur Eindämmung riskanter Eigenkapitalrendite-Forderungen durch die Aktionäre (mit einem möglichst hohen Fremdkapitalhebel) könnte es deshalb durchaus sinnvoll sein, Eigenkapitalanforderungen von Banken zu erhöhen.
Wie sagt Herr Ackermann: “Höhere Eigenkapitalanforderungen bedeuten engere Grenzen für die Höhe der Bank-Aktiva … Wir mögen als Gesellschaften entscheiden, dass die Hoffnung auf eine größere Stabilität des Finanzsystems diesen Preis wert ist.”
Ich meine als Teil der Gesellschaft: Wir sollten entscheiden.

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Thomas Schumm am 24. September 2009 in Die Börsen-Nachrichten

Stille Tage in Pittsburgh

tps09_b_url_RGBMenschen mögen keine Veränderungen. Alles soll am besten so schön bleiben wie es ist. Man hat sich schließlich eingerichtet. Auch wenn es manchmal ein wenig unangenehm im Eingerichteten wird. Gordon Brown, der britische Premier, hat das erkannt. Auf dem G-20-Gipfel wir er nichts ändern. Bewährte Prinzipien bleiben erhalten: Gewinne an die Bank, Verluste für das Volk. Nach der Krise ist vor der Krise.

Wir kennen das ja alle von diversen Feiern. Man macht einen drauf. Säuft. Hat am nächsten Tag einen Schädel. Schwört nie wieder … Doch dann  … macht es doch wieder teuflisch Spaß.

Also vermutlich nichts mit:
- neuem Wirtschaftssystem (es wäre notwendig darüber zumindest einmal nachzudenken)
- höheren Eigenkapitalvorschriften für Banken (will noch nicht mal Herr Guttenberg), wobei eigentlich nichts dagegen spräche, diejenigen stärker  für Verluste haftbar zu machen, die auch voll (vor Steuern) von den Gewinnen profitieren
- einer Finanzmarktsteuer (die Verursache ein wenig an den Kosten beteiligen)
- einer Pflichthaftpflichtversicherung für Banken
- keine zu großen (systemrelevanten) Banken mehr (auch Banken sollten pleite gehen dürfen)

So wanken fast alle nach der großen Party und dem ordentlichen Kater, freilich noch etwas benommen, aber doch schon wohlauf, zur nächsten Sause.

Hinweis:
Lasst das mit dem Sparen (gilt auch für den Staat). Es lohnt sich wahrscheinlich nicht. Die nächste Krise wird vermutlich etwas heftiger ausfallen und wieso soll man es sich bis dahin nicht gutgehen lassen.

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Thomas Schumm am 24. September 2009 in Wirtschaftswunder

Spendable Börse

Die Börsen-Nachrichten. Ich sehe mich getäuscht, vorerst zumindest. Der DAX klettert erneut (ich habe nicht damit gerechnet), scheitert aber doch am Jahreshoch. Vielleicht verunsichert ja der bevorstehende G-20-Gipfel (ab Donnerstag). Keine Problem damit hat offenbar der Euro. Er steigt auf 1,47 Dollar. Es sieht nicht so aus, als sei diese Hausse schon vorbei, trotz des Geredes, dass der Dollar eigentlich wieder kommen müsse.

Überhaupt ist die Stimmung recht gut. Es wird sogar wieder von Börsengängen (konkret: Flughafensparte von Hochtief) gesprochen. Auch HeidelbergerCement holt sich bei den Investor 2,25 Milliarden Euro zur Schuldentilgung. Die Börse ist wieder spendabel.

Und der Bundesbank-Präsident Axel Weber denkt scheinbar schon wieder über Zinserhöhungen nach! “Wenn wir jetzt aus der Krise herauskommen und die Wirtschaft sich erholt und wieder mehr Kredite fließen, dann haben wir die Pflicht, mit Nachdruck gegen langfristige Inflationsrisiken vorzugehen”, doziert er. Die Bundesbank, unsere ewige Kämpferin wider die Inflation. Angesichts der gewaltigen staatlichen Defizite (und hie und da angekündigter Steuersenkungen) dürfte das noch sehr interessant werden.

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Thomas Schumm am 22. September 2009 in Die Börsen-Nachrichten

Die Verschenk-Bank

Schaemdich

Ab in die Schämecke. Die HSH Nordbank hat angeblich 45 Millionen Euro an Goldman Sachs überwiesen, ohne wohl dazu verpflichtet gewesen zu sein. Goldman Sachs hat sich wohl bei der HSH gegen Kreditausfälle bei Lehman versichert, aber anscheinend die Frist zur Geltendmachung der Ansprüche verstreichen lassen.

Dem fassungslosen Betrachter drängen sich dabei vor allem 2 Fragen auf:

1. Wieso schließt man die HSH nicht schnell, bevor die dortigen “Banker” noch größeren Schaden anrichten?
2. Stärkt das unser Vertrauen ins Bankensystem, wenn Banker Geld verschenken oder wichtige Fristen mal eben verstreichen lassen?

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Thomas Schumm am 21. September 2009 in Schämecke

Senken und fallen

Die Börsen-Nachrichten. Die Deutsche Bundesbank meldet in ihrem jüngsten Monatsbericht, dass sich “die Konjunktur in Deutschland im Sommer weiter stabilisiert hat. Den Frühindikatioren zufolge ist sogar mit einer merklichen Belebung der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal zu rechnen … Vertrauen kehre allmählich zurück”. Gut so. Es hat sich also bezahlt gemacht, das “System” mit Steuergeldern zu retten.

Der Preis dafür ist allerdings: “Ende Juni waren Bund, Länder und Gemeinden mit 1,602 Billionen Euro am Kapitalmarkt verschuldet, das sind 5,7 Prozent mehr als am Jahresende und 7,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist”, teilt das Statistische Bundesamt heute mit. There is no free lunch! Irgendjemand muss immer die Zeche zahlen.

Trotzdem will die CSU die Steuern ab 2011 senken. Das Geld dafür soll der Konjunkturaufschwung bringen. Aha. Wir zahlen also erst mehr (zu viel?), damit wir später wieder mehr zurückbekommen? Aber ich freue mich über jede Steuersenkung, auch wenn ich sie selbst finanziere …

Zu den Aussichten
Der DAX? Ganz trauig zum Wochenauftakt. Sieht nach einem Doji Evening Star evtl. einem Shooting Star aus. Mithin nichts Gutes. Die Kurse könnten somit noch etwas weiter fallen. Allerdings: Infineon steigt. Die Aktie (wieder neu im DAX) will wohl ihr schlechtes Image abstreifen. Ob das gelingt?

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Thomas Schumm am 21. September 2009 in Die Börsen-Nachrichten

Infineon

Ja, jetzt haben wir sie wieder. Oh je. Infineon kehrt in den DAX zurück. Wollen wir sie dort? Nein. Diese Aktie ist eine Zumutung für jeden aufrechten Optimisten. Da passt es ins Bild, dass die Aktie heute um gut 4,5 Prozent (auf Xetra) fällt. Ich habe nichts anderes erwartet. Ab in die Schämecke.

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Thomas Schumm am 18. September 2009 in Schämecke

Hannover Rück

Die Aktie blieb im DAX immer irgendwie unbeliebt ungeliebt. Weiß auch nicht warum. Sie stand immer im Schatten der Münchener Rück. Die war größer. (Aber nicht unbedingt besser. Schon gar nicht bei der Performance.) Dann wurde von den Machern sogar der Entschluss gefasst sie rauszuschmeißen. Hannover steigt wieder in die 2. Liga ab.
Aber ein furioser Abschied: plus sechs Prozent Tagesgewinn! Yeeaah. Seit Oktober vergangenen Jahres hat sich der Kurs fast verdoppelt. (Hiermit sei der Freudenstadel eröffnet.) So muss es sein. Ich werde dich weiter beobachten. Ich habe dich immer gemocht. Mach’s gut.
Was kommt nach: Infineon.

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Thomas Schumm am 18. September 2009 in Freudenstadel

Kurse in Bewegung

:: Der DAX steigt weiter.dauerstress1
:: Und?
:: Wer hätte das gedacht.
:: Ist doch immer so.
:: Was?
:: Wenn die Börse steigt, steigt sie weiter als man denkt. Wenn sie fällt, fällt sie tiefer als man denkt.
:: Oh, ein Börsen-Philosoph …
:: Aber so isses halt.

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Thomas Schumm am 17. September 2009 in Börsianer im Dauerstress