Aktien gibt’s, die gibt’s gar nicht mehr. Oder doch? Äh, wo war ich … Die Aktie des Softwareherstellers Intershop steigt heute um rund zehn Prozent. Die Jenarer haben vom australischen Telekommunikationskonzern Telstra einen Auftrag mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 13 Millionen Euro ergattert. Plötzlich ist sie also wieder da, die Intershop-Aktie. Schon lange nix mehr gehört von ihr. Dachte, die sei … ja was eigentlich?
Das ist ein wenig so, wie bei einer guten alten Bekannten (früher waren sie mal alle auf sie scharf), die dann weg ist. Man kennt das ja: Heirat, Kinder, Augenrender, Falten … Dann sieht man sie nach Jahren wieder, zweifellos noch irgenwie attraktiv, aber so richtig … sie ist halt auch alt geworden. Vielleicht lohnt dennoch ein Date? Mal sehen.
Thomas Schumm am 30. Juni 2009 in Folge dem Geld
So mancher fragt sich ja derzeit, wie es um unsere Wirtschaft beziehungsweise die Weltwirtschaft bestellt ist. Eine interessante Analyse dazu haben die Wirtschaftswissenschaftler Barry Eichengreen und Kenneth O’Rourke vorgelegt und kürzlich aktualisert. Titel: A Tale of Two Depressions (Eine Geschichte zweier Depressionen). Ihr Ergebnis (man ahnt es bereits bei diesem Namen): Es sei genauso schlimm wie während der Großen Depression oder sogar noch schlimmer.
Die Kurven gleichen sich zum Teil erschreckend. Was man sieht: Der Absturz muss noch nicht vorbei sein. Doch die Autoren lassen auch Raum für Hoffnung. Staaten und Notenbanken reagierten diesmal sehr viel entschiedener auf die Krise als 1929. Die Frage sei allerdings, wie diese Maßnahmen wirken werden. Die Antwort bleiben die Ökonomen schuldig und verweisen auf die kommende Aktualisierung.
Echte Schicksale aufgrund der Wirtschaftskrise. Unsere Reichen (fachmännisch ausgedrückt: high net worth individuals, kurz HNWIs) werden immer ärmer – die Armen! Der World Wealth Report, vorgelegt von Merrill Lynch Global Wealth Management und Capgemini, berichtet ungeschönt von einem zahlenmäßigen Rückgang von 14,9 Prozent all jener Personen, die über ein frei investierbares Vermögen von mehr als einer Millionen US-Dollar verfügen. Derer gab es 2008 “nur noch” 8,6 Millionen auf unserem Planeten. Traurig. Die Zahl der Mindestens-30-Millionen- auf-dem-Konto-Inhaber sank sogar um 24,6 Prozent. Erschütternd. weiterlesen »
Thomas Schumm am 26. Juni 2009 in Wirtschaftswunder
Haaaalloooo! Kriiiiiise, wo bist du? Wir hatten uns in den vergangenen Wochen ja schon fast wieder an ein Leben ohne Krise gewöhnt. Die Kurse stiegen. Die Prognosen auch. Die Kanzlerin lächelt (sofern sie es hinbekommt). Es stellte sich sowas, wie ein Glückgefühl unter uns ein. Und nun das!
In diesen kollektiven Post-Krisen-Taumel pumpt die Europäische Zentralbank plötzlich Milliarden und Abermilliarden Euros – um genau zu 442 Milliarden Euro. (Für die Interessierten noch seien noch die Konditionen gesagt: ein Jahr Laufzeit und ein sensationell niedriger Zinssatz von nur einem(!) Prozent). Da freut sich der Banker und greift mit vollen Händen zu. 1121 Banken aus dem Euro-Raum nahmen das Angebot an.
So. Welche Schlüsse kann man daraus ziehen? weiterlesen »
Thomas Schumm am 25. Juni 2009 in Wirtschaftswunder
:: Der Staat hat es gut.
:: Wieso?
:: Er braucht seine Schulden nicht zurückzahlen.
:: Stimmt doch gar nicht. Meine Schatzbriefe wurden bislang immer …
:: Ja schon, aber dafür wurden ja auch neue Schulden aufnommen. Der Schuldenberg wächst!
:: Und?
:: Das hat neulich einer im Fernsehn gesagt, so ein Weiser, das mit den Schulden …
:: Was? weiterlesen »
Thomas Schumm am 24. Juni 2009 in Börsianer im Dauerstress
Die Deutschen kaufen trotz Wirtschaftskrise – wie blöd, möchte man fast anfügen. Wobei sich das “blöd” nicht auf den momentanen Geisteszustand bezieht, sondern auf die Menge, die konsumiert wird. Die Lust am Geldausgeben ist in Deutschland ungebrochen, das hat jetzt wieder die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) festgestellt. Bei den Fachleuten sorgt das für Erstaunen, dass gerade die trübsinnigen Deutschen … Warum eigentlich?
Was bleibt denn dem gemeinen Konsumenten anderes übrig. Sparen lohnt sich angesichts von mickrigen Zinsen nicht mehr. Und wer weiß schon, ob morgen oder eher übermorgen das schöne Geld noch etwas wert ist? Motto: Was man hat, das hat man! Der Konsument verhält sich somit recht rational und haut die Penunzen noch schnell auf den Kopf. Schön. weiterlesen »
Thomas Schumm am 24. Juni 2009 in Konjunktur-Wundertüte