Wieso Inflationsfurcht? Erstmals seit 22 Jahren(!) liegt die Inflationsrate in Deutschland in Mai bei 0,0 Prozent. In Worten: Nullkommanull. Die Preise steigen nicht mehr. Kein Händler (oher Hersteller) wagt es mehr die Preise heraufzusetzen aus Angst, weitere Kunden zu verlieren. Obgleich genügend Geld (durch die Notenbanken in Rekordsummen verteilt) und somit Spielraum für Preissteigerungen da ist. Aber die Konjunktur lahmt halt gewaltig und so werden Preise eher gesenkt, um Käufer anzulocken. weiterlesen »
Thomas Schumm am 29. Mai 2009 in Wirtschaftswunder
Was muss ich heute in der SZ in einem hochinteressanten Interview mit dem Klatschreporter Michael Graeter lesen: “Der Sex läuft mit dem Geld mit.” Aha, wenn ich also dem Geld folge, dann … ähh lassen wir das. Das sagt also Graeter: “Wenn ich mich frage, wieso ist die mit dem oder der mit der zusammen, komme ich zu dem Schluss: Da geht’s ums Sex , weil da ist kein Geld. Oder: Da geht’s um Geld. Machmal gibt’s das auch zusammen, aber nicht so häufig. ” Der Mann muss es doch wissen, oder? Wer hat in dieses Gesicht nicht schon alles seine Lippen gepresst – Bussi. Vermutlich leben Bettelmönche auch deshalb so enthaltsam. Sein Fazit: “Im Leben geht es nur um Geld und Sex, um sonst nichts.” Kann man da noch etwas hinzufügen? Nein, kann man nicht …
Thomas Schumm am 29. Mai 2009 in Folge dem Geld
Goldanleger aufgepasst! Der Fiskus will (vielleicht) an ihr Geld – schon wieder. Wer in Gold investiert, war bislang priviligiert. Nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist können Gewinne aus Goldverkäufen steuerfrei eingestrichen werden. Das gilt etwa für Barren. Daran wird sich wohl auch nichts ändern.
Allerdings: Es gibt ja auch reine Goldfonds, die mit physischen Gold hinterlegt sind (und auf das der Anleger einen Lieferanspruch hat). Beispiele: der Julius Bär Physical Gold oder ZKB Gold ETF. Beide kommen aus der Schweiz, da es in Deutschland nicht erlaubt ist, zu 100 Prozent in eine Anlage zu investieren. Bei diesen Fonds wurde bislang angenommen, dass sie auch unter die Spekulationsfrist fallen. Doch die Fonds sind nicht in Deutschland zugelassen. Deshalb könnte der deutsche Fiskus durchaus demnächst auf die Idee kommen, hier die schärferen Steuerregeln für ausländische nicht zugelassene Fonds anzuwenden. Die Folge: Der jährliche Wertzuwachs müsste zu 70 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.
Und: Zertifikate oder ETCs könnten ebenfalls betroffen sein. Auch hier wurde bislang angenommen, dass sie unter die einjährige Spekulationsfrist und nicht unter die Abgeltungssteuer fallen. Ob das die Finanzverwaltung genauso sieht, wird jedoch immer fraglicher. Davon könnte auch das beliebte Xetra-Gold betroffen sein.
Zum Golde drängt doch alles, eben auch das Finanzamt …
Thomas Schumm am 29. Mai 2009 in ETF business
Was soll ich sagen … Ich will ein paar Euro auf Tagesgeld parken. Aber die Zinssätze dort. Das nimmt zunehmend dramatischere Züge an. Irgendwie 0,5 Prozent gibt es bei der Tagesgeldanleihe des Bundes. 1,75 Prozent bei CortalConsors, was auch nicht die Welt ist. Geld ist einfach nix mehr wert.
Die Wirtschaft, die Banken, der Bund brauchen wohl kein Geld. Kein Wunder möchte man meinen, bei einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von 3,8 Prozent im ersten Quartal zum Vorquartal beziehungsweise rasanten 6,7 Prozent zum Vorjahresquartal. Andererseits heißt es aber doch, die Wirtschaft sucht händeringend nach Krediten.
Aber der Reihe nach. Die Wirtschaft. Sie braucht schon Geld, bekommt es aber nicht. Womit wir bei den Banken wären. Sie sind bei der Kreditvergabe derzeit sehr knausrig. Nach der Risikoorgie lieber keine Risiken mehr eingehen, denken sie sich wohl. Geld bekommen die Banken ausreichend von den Notenbanken. Weshalb sie vermutlich auf meine paar Kröten nicht angewiesen sind. Und der Bund. Er pumpt Geld in die Banken, in der Hoffnung, dass diese Kredite an Unternehmen vergeben. Ach und die Notenbank. Sie senkt die Zinsen mit dem Kalkül, dass mehr Kredite nachgefragt werden und sorgt zudem für eine üppige Geldmenge.
So. Was sagt uns das? Die Zinsen sind unten. Sparen kann man also vergessen. Die Unternehmen bekommen kein Geld (Kredit), trotz niedriger Zinsen. Die Banken haben Geld, brauchen aber eigentlich keins, weil sie auch keins ausleihen. Irgendwie stimmt da was nicht …
Ich als Sparer werde nun mein Geld den Unternehmen direkt leihen, da es ja Banken und Bund (er braucht es schon will und muss dafür derzeit aber fast nix zahlen) anscheinend nicht brauchen oder wollen oder nicht nötig haben oder das System (noch) nicht funktioniert. Dort ist mein Geld noch ein wenig mehr wert.
Thomas Schumm am 15. Mai 2009 in Fresh Money Buys
Gestern hab ich Maischberger geguckt. Und was muss ich sagen: Geld fällt wohl doch vom Himmel. Der schnöde Mammon muss nicht erarbeitet werden, sondern das Manna kommt von oben herabgerieselt. Schön. Ich bin glücklich. Um die Zukunft werde ich mir künftig keine Sorgen (auch als freier Journalist) mehr machen.
Da wurde in einer Stunde mehr verteilt als es selbst versierteste Politiker in allerbesten Wahlkampfzeiten schaffen. Wer das alles erwirtschaften soll, blieb zumindest mir schleierhaft. Aber was soll’s wir können ja alle von Transferleistungen “von oben” (im Sinne von ganz oben) leben. Ich weiß gar nicht, in welcher Welt manche Menschen leben? Oder lebe ich in der falschen Welt, dort wo – leider – ständig Geldknappheit herrscht? Pech gehabt. In dieser – meiner – Welt muss alles erarbeitet werden.
Deshalb bin ich auch überzeugt, dass eines nicht so fernen Tages auch die nun angehäufte Staatsverschuldung wieder getilgt werden muss. Entweder über höhere Steuern oder wahlweise über höhere Inflationsraten, die dann, als bedauerlichen Kollateralschaden, leider auch die Sparguthaben ausradieren. Aber bis es soweit ist sind wir nach dem Willen von Frau Sahra Wagenknecht ohnehin enteignet. Ich fürchte, ich habe in meinem Leben bereits zu viel gespart.
DAX fällt auch, sehe ich gerade. Er ist satt an der 200-Tage-Linie abgeprallt – zunächst einmal.
Macht aber alles nix, Geld fällt ja vom Himmel.
Thomas Schumm am 13. Mai 2009 in Wirtschaftswunder
Eigentlich, ja eigentlich gibt ja keiner gerne dem Staat etwas – schon gar kein Geld. Die große Ausnahme in den vergangenen Monaten: Staatsanleihen. Der deutsche Staat (und nicht nur der) wurde geradezu zugeschüttet mit unserem Geld (weniger: Portugal, Italien, Griechenland, Spanien – die PIGS oder wahlweise PIIGS, wenn man Irland noch dazu nimmt) weil wir es besonders sicher anlegen wollten. Rendite? Spielte plötzlich keine Rolle mehr. So mancher sprach bereits von einer Staatsanleihenspekulationsblase (schönes Wort).
Setzt nun ein Umdenken ein? Immerhin: Die Renditen steigen wieder (und die Kurse fallen). Offenbar schwindet die Furcht vor dem totalen Zusammenbruch (was man ja auch an den Aktienmärkten merkt). Gut so. Ein zweiter Grund für die Kursverluste bei Staatsanleihen: Das Angebot hat sich erhöht. Schließlich müssen die vielen Konjunkturpakete irgendwie finanziert sein. Die Euro-Staaten sollen in diesem Jahr schon Anleihen im Wert von gut 800 Milliarden Euro auf den Markt gebracht haben, was gegenüber dem Vorjahr etwa eine Verdoppelung darstellt.
Soll aus diesem Auflackern allerdings mehr werden, müssen sich die Inflationserwartungen (kurzfristig) und somit auch Konjunkturaussichten deutlich aufhellen. Von beidem ist akut nicht auszugehen. So bleiben deutsche Staatsanleihen – auch vor dem Hintergrund der erneuten EZB-Leitzinssenkung und damit abschmelzender Sparzinsen – mit ihrem Chance-Risiko-Profil attraktiv. Einen Chart der Umlaufrendite gibt es noch hier … weiterlesen »
Ja wohin laufen sie denn? Wenn ich das nur wüßte. Der Börsianer an sich ist ja ziemlich unberechenbar. Mal hier, mal dort, mal rauf, mal runter. Irgendwo hechelt er immer herum, meist recht aufgeregt. Zudem tritt der gemeine Homo Spekulatikus gerne in Horden oder doch zumindest geballt auf. Einzelgänger werden mitunter sogar scheel angesehen.
Zurzeit rennt die Masse nach oben. Lohnt es sich noch hinterher zu rennen? Oder sollte man besser gegen den Strom anrennen? Sich gegen die Massen stellen ist an den Börsen nur in wenigen (Ausnahme-)Situationen sinnvoll. Und es bedarf eines sehr großen Einfühlungsvermögens, um dafür den richtigen Moment auszumachen. Ansonsten sollte man dem Trend (Geld!) folgen.
Jetzt stehen die Zeichen offenbar grundsätzlich auf steigende Kurse. Das sollte man einfach mal so hinnehmen (auch, wenn man vielleicht – aus guten Gründen – anderer Meinung ist) und sich nicht mit Short-Versuchen abarbeiten. Das Schöne ist doch: Schon morgen kann wieder alles ganz anders sein.
Thomas Schumm am 11. Mai 2009 in Folge dem Geld
: Öl. Öl, muss man jetzt wieder haben.
: Ach, weil es steigt oder warum?
: Nein, weil doch nun alles besser wird.
: Was wird besser?
: Die Weltwirtschaft …
: Schön. Und deshalb steigt …
: Ja.
: Ich dachte, die Öl-Nachfrage ist im ersten Quartal gefallen.
: Äh …
: Um drei Prozent, hab ich gelesen.
: Ah ha. Vielleicht sollte man dann doch lieber kein Öl …
: Jetzt, wo ich so darüber nachdenke … bestimmt nimmt der Öl-Preis Positives vorweg … psychologisch … antizyklisch
: Psychologisch … man kennt das ja … und dann geht es gleich wieder runter.
: Nein, nein, du hast recht, Öl muss man jetzt haben.
: Ich weiß nicht, nur weil es nun steigt …
Thomas Schumm am 08. Mai 2009 in Börsianer im Dauerstress
Die Europäische Zentralbank (EZB) oder besser die Kreditwirtschaft oder noch besser: wir alle. Ja wir alle sind in der Klemme, in der Kreditklemme. Das Vertrauen der Banken in die Branche und vermutlich auch die Menschheit ist dahin. Wozu brauchen wir dann eigentlich noch Privatbanken? Jetzt müssen die Notenbanken ran. Auch die EZB. Die Leitzinsen bewegen sich auch in Europa gegen Null. Nach der jüngsten Zinssenkung stehen sie gerade einmal bei einem Prozentpunkt (100 Basispunkte wie die Fachleute sagen). Weitere Zinssenkungen sind nicht ausgeschlossen.
Überraschend hat die EZB sogar angekündigt (notfalls) Pfandbrief in einem Volumen von 60 Milliarden Euro ankaufen zu wollen, um wieder frisches Geld ins System zu spülen. Ziel ist letztlich die Kreditvergabe zu beleben wiederzubeleben, damit Haushalte und Firmen endlich die teilweise dringend benötigten Kredite bekommen. (Oder beim Pfandbriefankauf auch direkt Mittel bekommen.)
Bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen Wirkung zeigen. In England ist man schon einen Schritt weiter. Dort wird fleißig Geld gedruckt. Das Ankaufprogramm für Staatsanleihen wurde noch einmal um 50 Milliarden auf 125 Milliarden Pfund aufgestockt. Rezession und Deflation wollen/müssen bekämpft werden – auch um den Preis (oder dem Ziel) einer späteren Inflation.
EZB-Chef Jean Claude Trichet sieht allerdings erste Anzeichen einer Besserung, was die wirtschaftliche Entwicklung angeht.
Thomas Schumm am 07. Mai 2009 in Die Börsen-Nachrichten
Wie sieht es nun aus bei den Banken? Alles wieder gut? Kann man gar Finanzwerte wieder kaufen? Immerhin haben sich die Kurse in den vergangenen Wochen verdoppelt und verdreifacht. Die Notierung der Bank of America etwa stieg in Frankfurt von rund zwei Euro auf gestern gut acht Euro. Angesicht solcher Aufwärtsbewegungen könnte man auf die Idee kommen, die Sache mit der Finanzkrise ist geritzt.
Heute allerding geht es mit der Aktie der Bank of America in Frankfurt schon wieder fast um zehn Prozent abwärts. Der Grund dafür ist das Ergebnis eines Stresstests der US-Regierung wonach die Bank bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation noch einmal 34 Milliarden Dollar benötige. Zur Erinnerung: Die Bank hat bereits 45 Milliarden Dollar von der US-Regierung bekommen. weiterlesen »
Thomas Schumm am 06. Mai 2009 in Folge dem Geld
: Wird der DAX über 5000 Punkte steigen?
: Was für eine Frage …
: Wieso?
: Klar wird er.
: Wieso klar?
: Was fällt, steigt auch wieder.
: Was für eine Logik. Und wann …?
: Schwierige Frage. Bei einer Prognose sollte man niemals Zeit und Wert koppeln.
: Mein Gott … ich wollte doch nur wissen, ob es weiter nach oben geht und keine Abhandlung über Schwierige-Frage-bei-Prognosen-Abhandlungen. Was nu?
: Die harten Zeiten sind noch nicht vorbei.
: Ach …
: Es könnte als auch wieder abwärts gehen.
: Danke.
Thomas Schumm am 05. Mai 2009 in Börsianer im Dauerstress