Pflaster, holprig

Marketwatch // DAX : Dow : Euro : Fed : Grexit : Griechenland : Bund Future : Deutsche Telekom : BVB : Rocket Internet : Südzucker : CropEnergies : Gold

by • 18. Juni 2015 • MarketwatchComments (0)930

180615 // Griechenland. Klar. Auch. Heute. Damit ist aber auch schon fast alles gesagt zu dem Thema. Die EuroFinanzminister sitzen nun zusammen. Man will Griechenland im Euro halten, aber nicht sicher ist der Preis, den man dafür bereit ist zu zahlen. Griechenland soll reformieren und sich fit für die Zukunft machen – die Regierung will das aber nicht. Ich glaube: man wird doch noch eine Lösung finden. Grundsätzlich ist das auch gut so.

Der griechische Aktien-Markt schöpft dadurch neue Hoffnung und steigt um 3 Prozent, gemessen am FTSE Greece Index. Er bleibt dennoch an der Klippe stehen, die Zehen schauen schon darüber.

Freudig reagiert auch der DAX, der um 1,2 Prozent steigt. Das könnte allerdings auch eine Antwort auf die gute Entwicklung an der Wall Street sein. Der DAX hält sich in der charttechnischen Unterstützungszone bei 11.100 Punkten.

In den USA gab es recht gute Konjunkturdaten, was dafür spricht, dass sich die Wirtschaftsentwicklung festigt. Gestern hatte die Chefin der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, die Leitzinsen unverändert gelassen. Sie nörgelt ein wenig an der Preisentwicklung und am Arbeitsmarkt herum. Die Preise (Inflation) würden noch nicht so stark steigen wie gewünscht und am Arbeitsmarkt laufe es zwar recht gut, aber man wolle das weiter beobachten. Zudem sei ein Zinsschritt, so er denn komme, nicht so besonders, da man vermutlich nur ein wenig die Leitzinsen anheben werde.

Der Euro klettert ordentlich danach und notiert inzwischen über 1,14 Dollar, was eigentlich kein Signal für eine  baldige Leitzinserhöhung ist. Mit den besseren US-Konjunkturdaten schwächte sich der Euro allerdings wieder auf 1,1370 Dollar ab.

Vielleicht ergibt sich für die Wall Street ein Traumszenario, wonach sich die Wirtschaft bessert, aber dennoch die Zinsen auf einem niedrigen Niveau verharren. Deutlich ansteigen dürfen sie ohnehin nicht, da dann die Finanzierung der US-Schulden unmöglich wird.

Die Erwartung einer eher lockeren US-Geldpolitik signalisiert auch der Gold-Preis, der mal wieder deutlich ansteigt. Charttechnisch befindet er sich jedoch nach wie vor in einem Abwärtstrend.


Der Bund Future gibt leicht nach. Offenbar sieht man keine große Notwendigkeit mehr in Bundesanleihen zu flüchten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Emergency Liquidity Assistance (ELA) für Griechenland gestern um 1,1 Milliarden Euro aufgestockt. Dadurch bleiben griechische Banken liquide – und die Griechen können weiter Geld von ihren Konten abheben und beispielsweise nach Deutschland transferieren. Nicht unbedingt ein Indiz für bevorstehende Kapitalverkehrskontrollen.

Die Aktie der Deutschen Telekom profitiert weiter von einem möglichen Bietergefecht zwischen Dish und Comcast um die US-Tochter T-Mobile US.

Weiter unter Druck ist die Aktie des BVB. Sie scheint ihren langfristigen Abwärtstrend fortzusetzen.

Die Rocket Internet Töchter wollen keinen Gewinn machen. Das sieht die Börse auf Dauer natürlich nicht sehr gerne. Es riecht nach Abwärtstrend.

Bitter ist es heute für Südzucker. Goldman Sachs senkt von neutral auf sell. Noch ist der Aufwärtstrend in Ordnung. Das Unternehmen vollzieht gerade einen Turnaround und die Aktie strebt seit April steil nach oben. Gestern hatte die Südzucker-Tochter CropEnergies ein günstigere Prognose für das Gesamtjahr gegeben, wegen steigender Bioethanol-Preisen.

Bildquelle: Kurt Michel / pixelio.de[bearbeitet]

 


Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Simple Share Buttons