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Marketwatch // DAX, Euro, Öl, Deutsche Bank, Epigenomics, Rocket Internet, Indus, Scherzer, Software AG, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citigroup

by • 18. April 2016 • MarketwatchComments (0)1754

Mit dem Euro geht es nach oben und mit dem Öl-Preis nach unten, das sind eigentlich denkbar schlechte Voraussetzungen für einen steigenden DAX. Aber immerhin, der deutsche Aktienmarkt hält sich über der Marke von 10.000 Punkten, wenn auch nur knapp. Ob das so bleibt? Abwarten. Immerhin gibt es bei rund 9.900 Punkten noch eine kleine Kurslücke (Gap) zu schließen (siehe unten). Wie meisten Anleger wissen, der DAX kann Kurslücken auf Dauer nur schwer ertragen. Die Wahrscheinlichkeit eines kleinen Rückgangs ist somit groß. Zudem: Ohne etwas Mühe wird die Marke von 10.000 Punkten auf dem Weg nach oben nicht zu überwinden sein, allein wegen der runden Zahl – vor allem aber deswegen, weil sie, als es abwärts ging, auch Halt geboten hat. Das heißt: Wer damals auf diesem Niveau eingestiegen ist, der ist jetzt vermutlich froh, wieder seine Einstandspreise zu sehen und wird womöglich verkaufen [so funktioniert unter anderem Charttechnik].

Was ist mit dem Öl-Preis los? Nach der gescheiterten Doha-Runde gibt er wieder deutlich nach. Dort konnte man sich nicht auf Förderbegrenzungen einigen. Hinzu kommt das Amtsenthebungsverfahren für die Brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff. Aber, an der Börse sucht man sich die passenden Argumente für die jeweilige Situation. Bei 40/45 Dollar stößt der Öl-Preis (Brent) an charttechnische Widerstände, die wohl nicht ohne Weiteres überschritten werden können (siehe unten). Der aktuelle, kurzfristige Aufwärtstrend beim Öl bleibt aber einstweilen intakt.

Der Euro bleibt unschlüssig, wobei auch er zurzeit einen gewissen Drang nach oben zu haben scheint. Der Grund: Die US-Geldpolitik dürfte lockerer bleiben als noch vor ein paar Monaten angenommen. Allerdings erscheint eine US-Leitzinssenkung, wie sie aktuell auch schon wieder diskutiert wird, doch ein sehr verwegener Gedanke, allein wegen des Signals, das von einem solchen Schritt ausgingen: Alles zurück, uns geht es doch viel schlechter als angenommen. Der Ruf der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wäre danach wohl schlimm angeschlagen.

Wobei einem die amerikanischen Banken aktuell schon Sorgen machen können. Der Gewinn der Citigroup ist um ein Drittel eingebrochen, der von Morgan Stanley hat sich halbiert. Die Geschäfte im Investmentbanking laufen schlecht. Am Dienstag (19. April) berichtet Goldman Sachs. Die Quartalsbilanz dürfte nicht sonderlich gut ausfallen. Vorboten einer neuen US-Bankenkrise?

All das ist auch kein gute Omen für die Deutsche Bank. Sie war in der Vergangenheit immer stark im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren positioniert. Ketzer fragen inzwischen: Findet in diesem Bereich überhaupt noch Handel statt, angesichts von Nullzinsen? Klar, die Einbußen dürften dennoch erheblich sein.


Mir Epigenomics geht es weiter aufwärts. Hier wirkt noch die FDA-Zulassung nach. Mehr dazu hier.

Rocket Internet quälen noch die in der vergangenen Woche bekanntgegebenen Verluste. Eine Analyse finden Sie hier.

Bei der Software AG wirken grundsätzlich gute Zahlen nach, aber ein charttechnischer Shooting-Star ist auch belastend. Mehr dazu hier.

Die günstig bewerteten Beteiligungsgesellschaften Indus Holding und Scherzer tendieren freundlich. Eine Analyse finden Sie hier.

Lesenswert: Ein Interview mit Robo-Advisor-Gründer Stefan Mittnik von Scalable Capital.

DAX-Chart: offenes Gap

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Brent-Öl: vor Widerstand

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Bildquelle: M.Schlüter  / pixelio.de

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