Schere zwischen Arm und Reich in den USA öffnet sich

by • 18. März 2014 • PlusvisionenComments (0)3254

Wir alle arbeiten ja gerne, grundsätzlich. Und besonders gerne arbeiten wir, wenn wir etwas davon haben. In den USA ist das schon seit vielen Jahren nicht mehr so. In den Nachkriegsjahren bis Anfang der 1980er-Jahre war die Welt noch in Ordnung. Die Produktivitätszuwächse wurden in Form von steigenden Einkommen an die Familien weitergereicht. Breite Bevölkerungsschichten waren somit an den Wohlstandzuwächsen beteiligt. Vor gut 30 Jahren begann sich die Schere jedoch zu öffnen und hat jetzt einen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Während sich die US-Produktivität seit dieser Zeit etwa Verdoppelt hat, stagniert das Median-Einkommen der Familie. Sie partizipieren nicht mehr an den Produktivitätszuwächsen über ihre Einkommen.

USA_Produktivität_Einkommen

Aber wer hat nun von den Produktivitätszuwächsen profitiert?


Die Produktivitätszuwächse von Unternehmen werden grundsätzlich zwischen Arbeitnehmern (Faktor Arbeit) und den Kapitalgebern (Faktor Kapital) aufgeteilt. Nachdem die US-Arbeiter keine großen Einkommenszuwächse trotz Produktivitätssteigerungen haben, liegt die Vermutung nahe, dass diese zu den Kapitalgebern geflossen sind. Ein guter Grund in Aktien zu investieren, sofern man Geld zum Anlegen hat.

Es ist anscheinend auch so, dass die reichsten Familien an den Produktivitätsgewinnen besonders partizipiert haben. Der Median zu ja genau die Mitte und nicht den Durchschnitt, also kann es darüber und darunter nochmal deutlich Unterschiede geben.

Eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht nur ein moralisches Problem, sondern immer auch eine Gefahr für die Demokratie und die Marktwirtschaft, da diese zwingend auf einen breiten Mittelstand der konsumiert und motiviert arbeitet, angewiesen ist. Die oberen und unteren Ränder wieder es immer geben, sie müssen aber möglichst klein gehalten werden.

Passt nicht ganz dazu, geht aber auch in diese Richtung: Die wieder steigenden Bonuszahlungen an der Wall Street, die noch nicht das Hoch von 2006 erreicht haben, aber doch wieder in diese Richtung tendieren.

 

Quelle: http://houseofdebt.org


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