Schweinerei

by • 18. Januar 2010 • PlusvisionenComments (0)907

Dabei dachten wir über Jahrtausende, (wenigstens) die Griechen würden sich mit Zahlen auskennen. Euklid, Phythagoras, Thales und wie sie nicht alle hießen. Doch jetzt? Die Griechen verrechnen sich ständig, zumindest wenn es um den Euro geht. Man muss schon fast Absicht unterstellen.  Aber Griechenland ist pleite – fast. Die Not ist deshalb groß – und da sollte man nachsichtig sein. (Oder?)

Fast pleite deshalb, weil es eigentlich nicht pleite sein darf. Denn wenn Griechenland pleite ist, hat das auch Auswirkungen auf den Euro. Schließlich gehört Griechenland zum Euro-Club (mit falschen Zahlen den Beitritt erschwindelt, wie sich später herausstellte). Diese Auswirkungen will jedoch keiner.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten mit dem Problem umzugehen:

1.
Griechenland könnte sparen und versuchen den Haushalt wieder in Ordnung zu bringen (wie die Iren).
Folgen: Noch mehr Unruhen. Innenpolitisch daher kaum durchsetzbar.

2.
Griechenland geht pleite (pleite gehen lassen).
Folgen: Griechische Staatsanleihen in den Depots von Banken und Zentralbanken würden wertlos. Gefahr einer neuen Bankenkrise. Andere klamme PIGS-Länder (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien)  könnten folgen. Neue Rettungmaßnahmen könnten notwenig werden – oh je (auch die Lektion an die Adresse von Lehman Brothers wurde ja letztlich sehr teuer). Der Euro? – Ob er es überleben würde? Griechenland könnte wieder die Drachme einführen, abwerten (zur Verbesserung der Exportchancen) und schön Geld drucken (wie früher). Allerdings würden daduch die Importpreise kräftig steigen, ganz abgesehen von der Geldentwertung.

3.
Griechenland helfen (wahrscheinlichste Variante).
Folgen: Andere zahlen für den Schendrian (schön für die Hellenen). Nachteil: Das zieht Nachahmer an. Außerdem wird das Signal ausgesende: Wer schlecht wirtschaftet wird doch gerettet (moral hazard). Wer zahlt die Zeche und wie? Varianten: Die restlichen Mitgliedsstaaten geben Kredite. Gemeinsame Euro-Anleihen (wodurch vermutlich auch die Bonität Deutschlands sinken könnte und sich somit die Zinsen für deutsche Staatsanleihen erhöhen). EZB übernimmt den griechischen Staatsanleihen-Schrott und gibt frisches Geld, wodurch der Euro wahrscheinlich weich(er) würde.

Welch ein Dilemma (kommt auch aus dem Griechischen). Wie auch immer es ausgeht, eines ist schon jetzt sicher: es wird teuro.

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