6 Schlussfolgerungen aus Japans aktuellen Wachstumszahlen

by • 17. Februar 2014 • ETF_Produkte, ListenComments (0)1751

Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal von September bis Dezember 2013 lediglich um 1,0 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. Der Markt hatte mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet. Im Quartalsvergleich betrug das Plus 0,3 Prozent. Es war das vierte Wachstumsquartal in Folge. So treffen Enttäuschung und Zuversicht aufeinander. Deutlich wird das auch im Nikkei-Index, der erst fiel, aber dann mit einem leichten Plus schloss. Wer weiter optimistisch für Japan ist: iShares bietet einen währungsgesicherten ETF (Indexfonds) auf den MSCI Japan an. Die Gesamtkostenquote des Fonds (TER) liegt bei 0,64 Prozent.

Keynes tut sich in Japan traditionell schwer. Seit beginn der Dauermaläse Ende der 1980er-Jahre haben Nippons Regierungen unglaubliche Summen bei staatlichen Konjunkturprogrammen verpulvert, meist mit geringen Erfolg. Gut, so lässt sich das auch nicht sagen, wer weiß schon wie es aussehen würde, wenn dieses Geld nicht ausgegeben worden wäre. Klar ist: Die Staatsverschuldung kletterte inzwischen auf umgerechnet knapp 8,5 Billionen Euro oder 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Nun hat sich Ministerpräsident Shinzo Abe dem Land angenommen, um ihm Wirtschaftsschwäche und die Deflation auszutreiben.

  • Sein Exorzismus: eine ultralockere Geldpolitik, die Abenomics.
  • Seine Erfolge:
  • Der Yen hat gegenüber dem Dollar im vergangenen Jahr rund 18 Prozent an Wert verloren, was natürlich japanische Waren für Ausländer günstiger macht.
  • Vier Wachstumsquartale, immerhin.

Investitionen kletterten im vierten Quartal um 1,3 Prozent (zum Vorquartal). Die Konsumentenausgaben legten um klägliche 0,5 Prozent zu. Die Exporte stiegen um 0,4 Prozent und die Importe um 3,5 Prozent. Was bedeutet das:

  • Die Unternehmen verdienen aufgrund des niedrigen Yen recht gut und investieren wohl auch.
  • Die Konsumenten trauen sich nicht so recht. Das bekannte Problem. Im April steht auch eine Mehrwertsteuererhöhung von 5 auf 8 Prozent an. Man könnteargumentieren, dass dies ein Grund ist/war, jetzt noch zu kaufen. Wenn dem so ist, was passiert dann ab April?
  • Ist es um die Exportindustrie Japans doch nicht so gut bestellt, angesichts des niedrigen Exportanstiegs und der vergleichsweise hohen Importzunahme?

Wie wird Shinzo Abe und die Bank von Japan auf den Zahlenreigen reagieren? Wie bekommen sie die Konsumenten in einer alternden Gesellschaft dazu mehr Geld auszugeben. Wird die Geldpolitik nochmals gelockert? Wird noch mehr Geld in die Wirtschaft gepumpt? Sollte die Wirtschaft in die alte Lethargie zurückfallen, ist das recht wahrscheinlich.
18. Februar: Die Bank von Japan hat bereits reagiert und die Geldschleusen weiter geöffnet. Die Notenbank stellt den Geschäftbanken nun doppelt so viel Geld zur Verfügung und erhöht ein Kreditprogramm auf 7 Billionen Yen (50 Milliarden Euro). Gleichzeitig bekräftigt sie ihre Ankündigung die Geldbasis um 70 Billionen Yen (500 Milliarden Euro) in diesem Jahr auf 270 Billionen Yen (1.922 Milliarden Euro) auszuweiten. Wie gewünscht: Der Nikkei reagiert mit deutlichen Kursgewinnen, der Yen gab nach.


Gefordert sind auch die Unternehmen. Sie müssen Unternehmensgewinne in Form von Investitionen und Lohnerhöhungen weitergeben. Japans Konsumenten brauchen Vertrauen, um mehr auszugeben.

Gelassenheit an der Börse, einstweilen. Im Langfristchart konsolidiert der Nikkei nach dem kräftigen Kursanstieg nach wie vor. Er bewegt sich auf die Ausbruchslinie zurück. Oben ist er an den Fibonacci Arcs abgeprallt. Noch ist nichts kaputt, erst bei Kursen unter 13.500 Punkten wird es kritisch. Der Yen scheint tendenziell fester zu bleiben (inverse Chartdarstellung, wenn sich die Kurse nach unten bewegen, legt der Yen gegenüber dem Dollar zu).

Nikkei_170214

 

Bildquelle: ©JTA/ ©JNTO


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