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Russland // Die Poesie einer Währungskrise

by • 16. Dezember 2014 • PlusvisionenComments (0)1373

Russische Aktien verlieren rund 20 Prozent .
Der Rubel gibt gegenüber dem Euro 22 Prozent nach.
Der Dollar gewinnt im Vergleich zum Rubel 21 Prozent.

Die russische Wirtschaft, die ohnehin schon in eine Rezession gerutscht ist, dürfte sich nun am Abgrund bewegen. Um den Kapitalabfluss und den Rubel-Verfall zu stoppen hat die russische Notenbank in einer Verzweiflungstat den Leitzins in der Nacht von 10,5 auf 17 Prozent angehoben. Die Maßnahme verpuffte recht schnell. Es ist ein Kantersieg für die Trader und Hedgefonds, die gegen den Rubel wetten und gewettet haben. Die russische Notenbank scheint inzwischen machtlos dem Rubel-Absturz gegenüber zu stehen. Man kennt das von anderen Währungskrise. Zuletzt in Asien und auch in Russland 1998.

Am Ende sind die Leitzinsen unerträglich hoch für die Wirtschaft, die Währungsreserven sind verpulvert (nicht so bei Russland jetzt) – und irgendwann, wenn es gar nicht mehr geht, werden Kapitalverkehrskontrollen beschlossen. Kein Geld geht mehr raus. Es ist die Höchststrafe für alle Investoren.

Dmitri Medwedew, der Ministerpräsident Russlands hat angekündigt, noch heute über die Finanzprobleme des Landes sprechen zu wollen. Was wird beschlossen werden? Viele Möglichkeiten bleiben nicht mehr. Nochmal die Leitzinsen rauf? Trader und Hedgefonds werden vermutlich erneut dagegenhalten, nach dem jetzigen Erfolg.

Die Versorgungslage in Russland dürfte auch immer schwieriger werden, da Importe bei diesen Wechselkursen für den Normal-Russen wohl unerschwinglich geworden sind. Was bleibt sind die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft. Aber der Öl-Preis fällt weiter (und damit auch der daran gekoppelte Gas-Preis). Hier ist der niedrige Rubel allerdings fast schon ein Glückfall, das die Öl-Einnahmen und damit auch die Einnahmen des russischen Staats umgerechnet steigen.


Inzwischen hat der Rubel gegenüber Euro und Dollar wieder etwas zugelegt und der russische Aktienmarkt ein wenig von seinem Tief entfernt. Wurde interveniert? Es bleibt sehr fragil in Russland und die Notenbank steht vor keiner leichten Aufgabe, zumal neue Sanktionen drohen, Wirtschaft und Währung zu stabilisieren.

Wo ist eigentlich Putin?

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