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Zusatzleistungen // Mehr Gehalt, Firmenwagen oder Betreuungsgeld

by • 16. November 2016 • ServiceComments (0)2661

Wer für ein Unternehmen über längere Zeit hinweg gute Arbeit leistet, möchte dafür natürlich angemessen entlohnt werden. Irgendwann wird er also seinen Vorgesetzten um eine Gehaltserhöhung bitten. Das ist immer ein unangenehmer Gang, denn so gut das Verhältnis zur Firmenleitung auch sein mag – Geld ist und bleibt ein heikles Thema.

Ein weiteres Problem bei einer Gehaltserhöhung: Damit sie sich nachhaltig auf den Nettolohn auswirkt, muss der Arbeitgeber schon ordentlich in die Tasche greifen. Denn mehr Gehalt bedeutet automatisch auch höhere Abgaben. Viele Betriebe nutzen deswegen so genannte Zusatzleistungen.

Win-Win-Situation. Die können in verschiedenen Formen ausgezahlt werden und bedeuten sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer finanzielle Entlastungen. Bis zu einer bestimmten Höhe sind sie nämlich steuerfrei und kommen somit zu 100 Prozent beim Angestellten an. So kann das Gehalt spürbar aufgebessert werden, wobei der Betrieb selbst auch nur die Nettoerhöhung tragen muss. Somit profitieren alle Beteiligten von dieser Regelung.

In der Lohnbuchhaltung müssen solche Leistungen selbstverständlich berücksichtigt werden, ob sie nun unterhalb der Freigrenzen liegen oder nicht. Gängige Buchhaltungsprogramme wie etwa von Lexware verfügen über die entsprechenden Features, so dass alle Formen dieser Zuwendungen schell und einfach verbucht werden können.

Geld- oder Sachleistungen sind möglich. Zusatzleistungen können entweder als finanzielle Zuwendung oder als Sachleistung gewährt werden. Bei ersterer Variante ist das Geld allerdings nicht frei verfügbar, sondern an bestimmte Dienstleistungen oder Produkte gekoppelt. Nichtsdestotrotz bringen sie Arbeitgebern erhebliche Vorteile, etwa in diesen Bereichen:

  • Essensgeld: Hat ein Betrieb keine eigene Kantine, so kann der Chef seinen Mitarbeitern Essensbons ausstellen, die entweder in Restaurants oder in Supermärkten eingelöst werden können. Pro Tag lassen sich so 6,03 Euro steuerfrei dazu verdienen.
  • Tankgutscheine: bis zu einer Höhe von 44 Euro können Angestellte einmal im Monat Tankgutscheine bekommen. Diese können auch für eine Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel, einen Theaterbesuch oder andere Dienstleistungen verwendet werden. Eine Barauszahlung ist allerdings nicht möglich.
  • Betreuungsgeld: Hier können Arbeitnehmer besonders profitieren, denn Gebühren für eine KiTa, einen Hort oder eine Tagesmutter kann der Arbeitgeber in voller Höhe steuerfrei übernehmen.

Der Klassiker: Dienstwagen als geldwerter Vorteil. Wird kein Geld ausgezahlt und das Gehalt stattdessen mit Hilfe von Sachleistungen aufgebessert, so spricht der Gesetzgeber von einem geldwerten Vorteil, der zwar besteuert werden muss, dem Arbeitgeber aber dennoch finanzielle Erleichterungen gewährt. Weit verbreitet ist es, Angestellten einen Firmenwagen zu stellen, den sie auch privat nutzen können.

Bei der Versteuerung hat der Arbeitnehmer dann zwei verschiedene Möglichkeiten:

1. Die Ein-Prozent-Regel

Sie bedeutet, dass im Monat 1 Prozent des Bruttolistenneupreises des PKWs versteuert werden muss. Zusätzlich wird jeder Kilometer zwischen Wohn- und Arbeitsstätte mit 0,03 Prozent dieses Preises besteuert. Hört sich furchtbar kompliziert an, wird aber anhand einer Beispielrechnung schnell klar:

Neupreis des PKWs: 30.000 Euro; Entfernung zum Arbeitsplatz: 30 km.

30.000 x 0,01 = 300

30.000 x 30 x 0,0003 = 270

Pro Monat müssen für die private Nutzung des Firmenwagens also 570 € versteuert werden. Dafür kann man sich aber einen eigenen PKW sparen und steht finanziell meistens besser da.

2. Das Fahrtenbuch

Es erfordert mehr Aufwand als die Ein-Prozent-Regel, da hier jede Fahrt genauestens dokumentiert werden muss. Je mehr man dienstlich unterwegs ist, desto eher lohnt es sich, ein solches Buch zu führen. Was wirklich die bessere Alternative ist, hängt aber immer vom Einzelfall ab.

Auch Rabattfreibeträge können Entlastungen bedeuten. Ebenfalls attraktiv für beide Seiten sind die sogenannten Rabattfreibeträge. Ein Unternehmen kann seinen Mitarbeitern Produkte und Dienstleistungen, die es selbst anbietet, vergünstigt überlassen. Übersteigt der Rabatt im Jahr den Betrag von 1080 Euro nicht, so fallen dafür keinerlei Steuern an.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, Mitarbeitern Vergünstigungen zukommen zu lassen, ohne das Bruttogehalt tatsächlich zu erhöhen. Für Unternehmen bedeutet das weniger finanziellen Aufwand, während beim Arbeitnehmer die gesamte Summe ankommt. So lohnen sich diese Zusatzleistungen für beide Seiten.

 

Bildquelle: Martin Günther  / pixelio.de

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