DAX // Fed Janet Yellen und die Wohlfühlphase

by • 15. Dezember 2015 • BörsenvisionenComments (0)1455

Große Dinge stehen in diese Woche an. Fed-Sitzung am Mittwoch. Danach wird die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, ziemlich sicher verkünden, dass die Leitzinsen in den USA angehoben werden. Wenig zwar, aber immerhin, zudem wäre es der erste Zinsschritt nach oben seit den Zeiten der Finanzkrise 2008. Die letzte US-Leitzinserhöhung fand im Juni 2006 statt. Eine Erhöhung jetzt hätte deshalb schon etwas historisches.

Die aktuellen (Oktober) Inflationszahlen für die USA sind eine hervorragende Vorlage für die Fed. Die Kerninflationsrate liegt im Jahresvergleich nun bei 2 Prozent.

Alles andere als eine Erhöhung wäre eine sehr große Überraschung. Allerdings, das hat Yellen auch bereits angedeutet, es bestehe kein Automatismus, dass nach dieser Erhöhung weiter folgen müssen, so wie das in der Vergangenheit oft der Fall war. Die Fed wird die – nach wie vor wacklige – Situation der US-Wirtschaft sehr genau beobachten.

Zunächst wird es der Fed um Gesichtswahrung und um Glaubwürdigkeit gehen. In den vergangenen Monaten hat die Fed einschließlich ihrer regionalen Dependancen doch bereits sehr oft von einer Anhebung gesprochen. Die Fed muss nun handeln, auch wenn sie mit einer Leitzinserhöhung nun vermutlich schon zu spät dran ist, angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Schwellenländern (Emerging Markets) und insbesondere in China.

Entscheidender wird deshalb sein, was Janet Yellen zur Weltkonjunktur sagt – und wie sie es sagt. Zu einer Leitzinserhöhung hat sie bereits ganz allgemein geäußert, dass sie sich darauf freue, weil dies ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke sei nach all den Krisenjahren. Der Umkehrschluss würde deshalb lauten: Keine Zinserhöhung ist ein Zeichen von Schwäche. Das wird sie nicht wollen.


Der DAX wirkt inzwischen wieder etwas gefasster. Aber, die Enttäuschung nach der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzt doch tief. EZB-Präsident Mario Draghi hatte die sehr hohen Erwartungen der Märkte nicht erfüllt.

Die Märkte sind doch etwas herausgerissen aus ihrer Wohlfühlphase immerwährender Geldversorgung. Hemmungslose Kauf-Laune kommt da nicht auf.

DAX: Stabilierung, aber angeschlagen

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Bildquelle: Fed

 


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