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Deutsche Bank, Commerzbank, Eon, RWE // Wie es weitergeht

by • 15. Februar 2016 • MarketwatchComments (0)1214

Mütter, ihr könnt die Kinder wieder auf die Straße lassen. Erholung an den Börsen. Der DAX gewinnt 2,7 Prozent. Puh! Nochmal gut gegangen. Nein, Entwarnung kann noch nicht gegeben werden. Dazu ist die Situation an den Börsen noch zu fragil, aber es besteht eine reelle Chance, dass sich die Kursgewinne noch etwas fortsetzen könnten. Ohnehin ist im DAX zwischen 10.485 und 10.740 Punkten noch eine Kurslücke (Gap) offen geblieben. Der DAX schätzt solche Lücken auf Dauer gar nicht und ist immer bestrebt diese möglichst rasch zu schließen. Übrigens: Auch bei der heutigen Erholung hat es ein Gap gerissen, grob zwischen 9.000 und 9.200 Punkten. Bislang sind die Kurssteigerungen nicht mehr als ein technische Reaktion auf die vorangegangenen Kursverluste.

Zur freundlichen Stimmung beigetragen hat sicherlich das sehr kräftige Plus im Nikkei-Index, der sich um gut 7 Prozent verbesserte. Dabei ist die japanische Wirtschaft im vierten Quartal um 1,4 Prozent geschrumpft. Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, sagt die Börse, weil dann die Hoffnung auf noch mehr gedrucktes Geld durch die Bank von Japan wächst.

Unterstützung kam auch aus China, wo sich die Kurse nach den chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten sehr gut hielten, obwohl dort die Exporte im Januar um 11,2 Prozent und die Importe um 18,8 Prozent eingebrochen sind. Das ist ein deutlicher Hinweis auf Wirtschaftsschwäche. Tendenziell wird der Renminbi wohl weiter abwerten auch wenn die PBOC den Mittelwert-Kurs aktuell etwas höher ansetzte – auch um die Märkte zu stützen.

Der Euro gibt gegenüber dem Dollar derzeit nach. Zu unübersichtlich ist, was die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) als nächstes machen wird. Ursprünglich war der Plan, die Leitzinsen 2016 vier Mal anzuheben – nun ist von negativen Zinsen die Rede. Die Fed scheint jegliches Gespür für ein gutes Timing verloren zu haben. Wobei der GDPNow Indikator der Atlanta Fed für das erste Quartal ein Wachstum vom 2,7 Prozent für die USA signalisiert, also ein durchaus beachtliches Plus. Vielleicht sehen die Märkte zu schwarz.

Nachgebend sind auch die Kurse von Gold, als klassischer Krisen-Indikator.

Enttäuschend ist die Kurs-Entwicklung der Deutschen Bank und der Commerzbank. Beide Aktien starteten im Plus und fielen dann ins Minus. Bank-Werte stecken derzeit in einer knietiefen Vertrauenskrise, wobei Vertrauen das wichtigste Kapital einer Bank ist. Fällt hier die Erholung schon wieder in sich zusammen? Ein gutes Zeichen ist es jedenfalls nicht, wenn die Erholung nach einem Crash so derart zögerlich ausfällt. Bei Bank-Aktien sollten Anleger nach wie vor sehr vorsichtig agieren.


Der Leiter der Atom-Kommission, Jürgen Trittin, hat die Stiftungsidee der Atomkonzerne kassiert. Nun liegen die Risiken mögliche Kostensteigerungen bei der Verschrottung der Kernkraftwerke wieder bei den Versorgern, die diese eigentlich gerne in einer Stiftung endgelagert hätten. Der Staat möchte die Risiken nicht dem Steuerzahler aufbürden, zumal die Versorger Eon und RWE jahrelang prächtig verdient haben. Anderseits ist auch keine Pleite gewünscht. Die Börse sieht es pragmatisch. Die Kurse von Eon- und RWE-Aktien steigen sehr kräftig an. Bei diesen Papieren ist schon sehr viel in den Kursen enthalten, das hat sich auch bei der Negativ-Meldung heute gezeigt.

 

 

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

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