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Tesla Aktie // Träume und andere Formen des Wahnsinns an der Börse

by • 14. Juni 2017 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (1)2090

Träume [für die musikalische Untermalung bitte hier drücken] sind da der Börse etwas sehr besonders. Sie sind ausdrücklich erlaubt, weil sie es meist sind, die Kurse in ungeahnte Höhen transportieren können – und natürlich auch zu rasanten Abstürzen führen, sollten sich diese Träume mal wieder nicht realisiert haben. Die Börsengeschichte ist geprägt von diesen Träumen: von Tulpenzwiebeln, von Gold am Mississippi, vom Eisenbahnbau, vom Radio und zur Jahrtausendwende von Internet. Was wurde da nicht alles gerechnet. Wenn so und so viele Menschen … dann wird das den Gewinn … irgendwann … denn Gewinne haben die Firmen damals meist nicht erwirtschaftet. Natürlich ist das Internet ein Wachstumsmonster, aber das heißt nicht unbedingt, dass alle Unternehmen, die damit zu tun haben, letztlich auch erfolgreich sind. Wir erinnern uns schmerzlich: Was ist vom Neuen Markt übrig geblieben? Richtig. Nicht viel.

Nun also Tesla. Der Sonnenkonzern aus Kalifornien, der auch Autos, Elektroautos, gerne selbstfahrend, produziert. Er ist an der Börse nun rund 55 Milliarden Euro wert, ebenso viel wie BMW. Nur dass BMW im vergangenen Jahr gut zwei Millionen Fahrzeuge ausgeliefert hat und damit einen Umsatz von 94,2 und einen Jahresüberschuss von 6,9 Milliarden Euro erwirtschaftete. Zu Vergleich: Tesla verkaufte 76.000 Fahrzeuge und erzielte einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Der Nettoverlust lag bei 602 Millionen Euro. Allein im ersten Quartal 2017 summierten sich die Miesen auf 295 Millionen Euro, weil Tesla für das neue Modell 3 investieren musste.

Wie ist dieser Börsenwert bei solchen Geschäftszahlen zu rechtfertigen? Es geht ganz klar um Träume. Der Traum funktioniert so: Ein gewichtiger Teil der Menschheit wird künftig E-Autos der Premiummarke [vulgo: sauteuer] Tesla fahren – oder sich von diesen Fahrzeugen fahren lassen. Die anderen Automobilhersteller träumen inzwischen noch den Traum vom Otto- beziehungsweise Dieselmotor und überlassen das Elektrofeld Tesla. Wieso auch Konkurrenz machen? Dann gibt es bei Tesla noch den Traum von Batterie-Hersteller und vom Energie-Versorger. Tesla baut künftig Batterien … eigentlich für alle. Mit diesen Batterien wird das Unternehmen auch zu einem wichtigen Energie-Versorger, während die jetzigen Energie-Versorger – natürlich – noch von Kernkraft halluzinieren. Der dritte Tesla-Traum ist der vom Content. Mit seinen Autos sammelt Tesla User-Daten wie Fahrziele, Bewegungsprofile, Gespräche im Fahrzeug oder ähnliches, die dann meistbietend vermarktet oder auch selber genutzt werden. Ein riesiges Geschäft. Alle anderen kommen selbstverständlich nicht auf diese Idee.


Wer an all das glaubt, träumt auch davon, dass Tesla demnächst mehr wert sein könnte als Apple, die auf eine Marktkapitalisierung von 700 Milliarden Euro kommen. By the way, Apple will auch beim Geschäft mit den autonomen Fahrzeugen mitmischen.

Den Tesla-Aktienkurs (A1CX3T) treibt es inzwischen scheinbar unbekümmert weiter nach oben. Aber dieses Phänomen ist bekannt von vielen Internet-Aktien, damals. Charttechnisch sieht das sehr schön aus (siehe unten). An alle Short-Seller hier schon mal der Hinweis von John Maynard Keynes: „Die Märkte können länger irrational bleiben als du solvent!“ An alle Long-Enthusiasten: Blasen platzen. Alle. Irgendwann. Leider kann man erst hinterher sagen, wann es soweit war.

Für die hartnäckigen Skeptiker könnte diese Produkt interessant sein: Ein endloser Turbo-Short (CY5VCW) der Citi, der an der Stuttgarter Börse derzeit mit einem Hebel von 3,0 und einem Strike bei 499,84 Dollar gehandelt wird. Quanto gibt es nicht. Achtung: Ein solches Investment ist mit einem Totalverlustrisiko verbunden!

Wer eher positiv für Tesla gestimmt bleibt, könnte zu einem Discounter der Commerzbank greifen. Beispiel: CE9D2G. Diese Papier notiert aktuell in Stuttgart bei 317,21 Euro. Das heißt, der Discount im Vergleich zur Aktie beträgt 15,6 Prozent. Die maximale Rendite-Chance liegt bei 7,2 (13,9 p.a.) Prozent.

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Tesla-Aktie (Wochenchart): Widerstand überwunden und aufwärts …

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Bildquelle: Tesla

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