Legendenbildung

by • 11. Mai 2010 • PlusvisionenComments (0)643

Am Wochenende war ja Krieg.
Wirklich?
Was, sagen Sie bloß, Sie haben davon nichts mitbekommen?
Ähm, ich bin Kleinsparer.
Ja und? Die Spekulanten haben es auch auf Ihren Sparcent abgesehen.
Deshalb sind Angela, Nico und Silvio in die Schlacht gezogen. Wacker haben sie uns verteidigt gegen die bösen, bösen Spekulanten von der dunklen Seite des Atlantiks und des Ärmelkanals. Und sie haben gewonnen. Noch mäkeln mache herum es sei lediglich ein Pyrrhussieg. Aber diese Zweifler werden noch sehen, was die Wahrheit ist.

Die drei Wackern hatten einen mächtigen Verbündeten bei ihrem Kampf gegen die dunkle Seite der Euromünze an ihrer Seite, die glorreiche EZB. General Jean-Claude fackelte nicht lange und setzte sofort Massenvernichtungswaffen ein. Die Atombombe der Notenbanker nennt sich Monetarisierung oder der Aufkauf von Staatsanleihen. Damit lässt sich alles, aber wirklich auch alles, platt machen. Die verruchten Spekulanten hatten keine Chance mehr. (Keine Ahnung wozu man dann noch das Dreiviertelbillion-Rettungspaket braucht. Vielleicht, weil es so schön klingt.)


Schließlich waren sie auch die Schuldigen an diesem Krieg, nicht diejenigen, die ihre Burgen haben derart verkommen lassen, dass man quasi ungehindert hineinspazieren konnte. Schilder aufgestellt wurden: Kommt spekuliert gehgen uns. Aber weil die Tore ohnehin schon sperrangelweit offenstanden, warf man die Monetarisierungsbombe ab, da es keine Alternativen mehr gab, wie die Kriegsdamen und -herrn hoch und heilig versichern.

Dagegen kommt kein Spekulant an. Nein. Wie soll das gehen? Die EZB kann unbegrenzt alles aufkaufen, weil sie auch unbegrenzt Geld drucken kann. Marode Staatsanleihen zum Beispiel, die verkauft werden. Da können die Spekulanten noch so viele Staatsanleihen auf den Markt werfen, die EZB kauft einfach.

Aber mit Kriegen ist das ja so eine Sache. Sie kosten meist viel Geld. Daran sind schon die Fugger (eine frühe Investmentbank, die spanische Kriege finanzierte) und viele andere zugrundegegangen. Nicht selten kommt es dann auch zu Plünderungen bei der eigenen Bevölkerung, wenn das Geld später knapp wird.


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