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Die glorreichen 15 :: Plusvisionen ETF Musterdepot // Wachsen in Unsicherheit

by • 10. Juli 2014 • ETF MusterdepotComments (0)5630

Strategie-Update vom 10. Juli 2014: Wachsen in Unsicherheit

Plötzlich schwindet der Glaube. Der DAX knickt weg. In Portugal kriselt es im Bankensektor, mal wieder. Nur Sommerloch oder doch mehr? Die Renditen von Bundesanleihen fallen. Inflation? Deflation? Disinflation? Die Weltwirtschaft bleibt angeschlagen. Der Grund dafür liegt in den Überkapazitäten, die es gibt. Diese drücken auf die Preise, damit auch auf die Margen – und somit letztlich auf die Stimmung. Die große Fessel der globalen Wirtschaft bleiben die hohen Staatsschulden der Industriestaaten. Man ist an seine Grenzen gekommen. Jahrelang wurden immer neue, immer mehr Schulden aufgenommen und noch ein paar Wachstumspünktchen aus der Wirtschaft herauszupressen. Doch der Grenznutzen dieser Schulden nahm/nimmt ab. Um überhaupt noch zu wachsen, müssen enorme Summen aufgenommen werden, besonders deutlich wird das in Japan. Die Schulden müssen somit weg.

Die probaten Mittel, um Kredite zu tilgen:
1. Rückzahlung
2. Streichen (auf einen Schlag entwerten)
3. Langsam entwerten (durch Inflation, Nullzinsen, etwas Wachstum)

Die drei großen Wirtschaftsblöcke – Eurozone, USA und Japan – haben sich für die dritte Variante entschieden. China trägt diesen Weg als größter Gläubiger der USA notgedrungen mit, da China Probleme mit einer Spekulationsblase am Immobilienmarkt und daraus resultierend mit einem Schattenbankensystem hat.

In der Eurozone hat man sich zusätzlich zum Sparen (Austerität) durchgerungen. Das jedoch hat an der Südflanke zu einer tiefen Rezession und hoher Arbeitslosigkeit geführt. Beides bessert sich, ist aber längst noch nicht ausgestanden. Der Konsum und die Investitionen dort bleiben somit gedämpft. Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet deshalb mit sehr wachen Augen die Inflationsentwicklung in der Eurozone. Sehr häufig hat sie schon darauf hingewiesen, dass es nicht tolerierbar sein, wenn die Inflationsrate auf einem derart niedrigem Niveau verharre. Die EZB fürchtet Disinflation oder sogar Deflation. Deshalb hat sie ihre Geldschleusen weiter geöffnet, auch wenn sie noch kein Quantitativ Easing (QE), Aufkauf von Staatsanleihen am Primärmarkt ohne dieses Geld wieder einzusammeln (sterilisieren), betreibt wie etwa die amerikanische Notenbank (Fed) oder die Bank of Japan (BoJ).

Die Fed reduziert gerade ihre Anleihekäufe (Tapering), hat aber angedeutet, die Leitzinsen noch länger rekordtief zu belassen.

Die Stimmen in der Eurozone, das mit dem Sparen doch zu lassen und stattdessen die Wirtschaft in Schwung zu bringen, werden immer lauter.

Was folgt aus alledem für Investments:

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr wachsen. Die Risiken bestehen auf der Abwärtsseite. Der Schuldenabbau dämpft die Konjunktur. Bestehende Überkapazitäten drücken auf die Preise und die Margen. Kaum vorstellbar, dass so Inflation entstehen kann. Das Umfeld bleibt somit disinflationär. Die Zinsen dürften weiter fallen, was sich derzeit auch bei den Bundesanleihen zeigt. Kursgewinne sind immer abdiskontierte Unternehmensgewinne. Auch wenn der Zins (Abdiskontierungsfaktor) sehr niedrig ist, muss es Überschüsse zum Abdiskontieren für Kursgewinne geben. Aktien sind derzeit fair, aber nicht mehr günstig bewertet. Die Kursträume sollten zurzeit somit nicht in den Himmel wachsen, auch wenn noch reichlich Liquidität vorhanden ist. Mit ihren attraktiven Dividendenrenditen bleiben Aktien jedoch nach wie vor fester Depotbestandteil. Gold und Silber werden sich wohl ohne Inflation schwertun nachhaltig zu steigen. Rohstoffe (Rohöl) werden ohne deutliche Nachfragesteigerung aus China nicht haussieren – und China formt gerade seine Wirtschaft um, sie soll nicht mehr nur von Exporten abhängig sein.


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Depot-Report vom 8. August 2014: +4,12 Prozent. Hier abrufen.

Musterdepot

Grundsätzlich gilt:

Geldanlage sollte kein Hobby sein, weil Hobbys oft kostspielig sind. Geldanlage sollte einfach und transparent sein. Die Depotanteil sind (zunächst) festgelegt. Steigt eine Position deutlich an und erhöht so seinen Depotanteil, wird verkauft, bis die Gewichtung wieder stimmt. Das klingt langweilig, ist aber effektiv (siehe Hobby).

Aktien haben einen besonderen Reiz. Sie stellen Produktivvermögen dar. Mit diesem Kapital kann etwas entstehen, Lebensverbesserndes, Lebensrettendes, Lebenserhaltendes, Arbeit und Auskommen wird geschaffen. Es geht etwas voran und der Investor wird Miteigentümer. Bei Anleihen können auch Investitionen (etwa bei Unternehmensanleihen) finanziert werden, allerdings durch Fremdkapital. Der Anleger wird Gläubiger und nicht Miteigentümer. Dagegen liegt ein Edelmetall wie Gold nur einem Safe und schafft dadurch keine neuen Werte, diese sind allerdings teilweise vorher für die Exploration und das Schürfen entstanden.

Risikohinweis: Natürlich beinhaltet das Musterdepot keinerlei Empfehlungen oder gar Handlungsanweisungen. Auch stellt das Musterdepot keine Empfehlung dar, das Portfolio eins zu eins oder auch nur ähnlich zu replizieren. Jeder Anleger sollte selber wissen, was er kauft und verkauft.

 

Bildquelle: Grace Winter  / pixelio.de


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