Gold // Finger weg?

by • 10. März 2015 • Börsenvisionen, PlusvisionenComments (0)1721

Häme ist an der Börse nie sonderlich angebracht. Schließlich liegt man demnächst selbst wieder verkehrt. Bei Gold allerdings ist ein wenig Freude über die (bislang) ausgebliebene Hausse gestattet. Was ist nicht alles geschrieben und gesagt worden, wie hoch Gold steigen wird und das dies eigentlich ganz sicher sei. Doch Gold hat auch keine Anleger, sondern eher Jünger (diese mögen mir diese kleine Despektierlichkeit verzeihen). Bei Gold sind immer viele Emotionen mit im Spiel, was womöglich ein Grund dafür sein könnte, dass der Preis des gelben Metalls entweder stark steigt oder kräftig zurückkommt.

All die hochfliegenden Hoffnungen sind erstmal zerplatzt. Der kurzfristige Aufwärtstrend ist dahin und mittelfristig bis langfristig geht es im besten Fall seitwärts, wobei auch hier die charttechnischen Unterstützungslinien bereits am Wackeln sind.

Das führt zu verschiedenen Erkenntnissen. Erstens: An der Börse kommt es oft anders als man denkt. Und Zweitens: Ohne Inflation läuft Gold nicht, aber Inflation gibt es derzeit nicht. Die Verbraucherpreise sind eher am Fallen, in Europa sowieso und nun auch in den USA. Also Finger weg von Gold? Was vielleicht noch ein Argument für Gold sein könnte: Vielleicht ist der Frust der Gold-Optimisten schon so groß, dass der Kurs vor einer Wende steht. Ich bin skeptisch.

Seit bald zwei Jahren bewegt sich der Gold-Preis in Dollar im Krebsgang – und hält damit die Hoffnungen der Gold-Enthusiasten wach, auch wenn der Aufwärtstrend bereits unterschritten wurde. Um die Rest-Zuversicht aus dem Markt zu nehmen und die Voraussetzungen für einen neuen Anstieg zu schaffen, bräuchte es vermutlich nochmals tiefere Kurse. Wird die Marke von 1.131 Dollar unterschritten, könnte der Gold-Preis deutlicher ins Rutschen geraten.

Gold-Preis – Monatschart

Gold

Bildquelle: Heraeus [bearbeitet]

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