Submerging Markets

by • 10. Januar 2014 • BörsenvisionenComments (0)1236

Sie waren bis vergangenes Jahr die Stars der internationalen Börsenwelt, die Emerging Markets, jene aufstrebenden Märkte, in die Investoren Milliarden Kapital pumpten. Jubel allenthalben. Dort müsse man investieren, dort läge die Zukunft, dort gäbe es Wachstum – und natürlich Chancen. Die etablierten Börsen könne man getrost vergessen, zu lahm, zu verkrustet, uninteressant, boring.

Doch dann kam der 22. Mai 2013, der Tag, an dem der damalige amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke erstmals öffentlich davon redete, die ultralockere Geldpolitik künftig wieder etwas straffer handhaben zu wollen. Es war nur eine Andeutung, aber diese genügte, um die Investoren weltweit zu verschrecken, ganz besonders die in den Emerging Markets. Sie verkauften. Sofort. Alles. So hatte es zumindest den Anschein. Die Kurse in den Emerging Markets brachen ein. Zwar kam es wieder zu einer Erholung, aber die Euphorie ist verflogen. Jetzt sind es eher Submerging Markets.

Doch so ist das ja oft an den Börsen. Wenn die Freude am größten ist, sollte man die Party verlassen. Nur: Wann ist das?


Das Geld floss nach den „Bernanke-Gedanken“ in Strömen aus den Emerging Markets hinein in die etablierten Märkte und trieb DAX und Dow auf neue Rekordhöhen. Wenn die Zinsen global wieder steigen sollten, dann lieber etwas sicherer investieren, sagten sich viele. Rückkehr? Nicht ausgeschlossen, aber momentan winken die meisten Vermögensverwalter skeptisch ab. Kein Interesse, zu hohe Leistungsbilanzdefizite, zu viele politische Unruhen, zu viel Skandale, lauten die Argumente.

Das neue Jahr hat erneut mit Kursverlusten begonnen. Ein gutes Ohmen ist das nicht für das Börsenjahr in den Emerging Markets. Aber vielleicht ist ja gerade das ein Grund, sich wieder Gedanken über ein Investment dort zu machen.

Emerging-Market-Chart-Show zum Durchklicken

Emerging Markets

Emerging Markets

Erneute Kursschwäche zu Jahresbeginn.

BRIC-Staaten

BRIC-Staaten

Auch in den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China ging es per saldo abwärts.

China

China

Mit Schwächetendenzen.

Brasilien

Brasilien

Die Luft ist erstmal raus, trotz der bevorstehenden Fussballweltmeisterschaft.

Indien

Indien

Deutliche Erholung, aber Nervosität bleibt.

Russland

Russland

Fallende Rohstoffpreise tun der russischen Börse nicht gut.

Türkei

Türkei

Auch die Börse wird vom Korruptionsskandal erschüttert.

Thailand

Thailand

Schon seit Wochen dauern die Demonstrationen gegen die Premierministerin Yingluck Shinawatra an. Für Anleger ist das nicht unbedingt eine Einladung zu investieren. Mit der Börse fällt auch die thailändische Währung, der Baht.

Südafrika

Südafrika

Erstaunliche Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013. Schwäche zu Jahresbeginn.

Indonesien

Indonesien

Investoren halten sich beim einstigen Anleger-Liebling zurück.

Philippinen

Philippinen

Die Folgen des Tropensturms Haiyan belasten die Börse nach wie vor.


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