Die Sorge ums Gold

by • 9. Oktober 2013 • BörsenvisionenComments (0)1132

Muss man sich ernsthaft Sorgen um den Gold-Kurs machen? Was klingt es mir in den Ohren: Gold ist Inflationsschutz. Gold ist ein Sachwert. Gold ist ein Kriseninvestment. Gold ist eine ausfallsichere Anlage. Gold hat die Jahrtausende überdauert. All das ist richtig, vollkommen richtig. Aber dennoch: Muss ich ausgerechnet jetzt meine Goldbestände aufstocken, so ich denn welche habe, beziehungsweisen meinen Golddepot nun aufbauen? Könnte es vielleicht sein, dass ich für mein von den Zentralbanken geschaffenes Fiat-Geld bald noch mehr Goldeinheiten bekomme?

In den vergangenen Monaten, Wochen und Tagen zählte Gold nicht unbedingt zu den wertstabilsten Anlagen gegenüber Papiergeld. In Dollar oder Euro gerechnet musste ich tendenziell immer weniger auf den Tisch des Goldhändlers legen, um eine Unze des Edelmetalls zu bekommen. Stand jetzt: Der Gold-Preis notiert ganz knapp unter der Marke von 1300 Dollar.

Was muss eigentlich noch alles passieren, damit der Gold-Preis wieder steigt? Der jetzige US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte im Mai angekündigt, das Gelddrucken etwas zu drosseln. Daraus wurde nichts. Die Fed hat kürzlich beschlossen auch künftig Staats- und Unternehmensanleihen in einem Wert von 85 Milliarden Dollar im Monat vom Markt zu nehmen, sprich aufzukaufen. Das wäre für den Gold-Preis eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, nach oben zu drehen. Hat er aber nicht.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob die wichtigsten Notenbanken weltweit, die der USA, die Großbritanniens, die der Eurozone und die Japan, jemals wieder (auf absehbare Zeit) aus der Nummer, Schulden aufzukaufen herauskommen? Wenn all die Schulden „seriös“ getilgt werden sollten und all die Zombi-Bank sich selber wieder kapitalisieren müssten, wären auf Jahrzehnte hinaus die Wachstumsaussichten sehr bescheiden. Auch diese Aussicht vermag den Goldpreis derzeit nicht zu beflügeln.

Sicher ist inzwischen auch, dass Janet Yellen die Nachfolge von Beranke im Februar kommenden Jahres antreten wird. Sie gilt als strikte Verfechterin einer ultra-lockeren Geldpolitik. Als Arbeitsmarktexpertin liegen ihr die Arbeitslosenzahlen vermutlich auch mehr. Und der Gold-Preis? Er stetzt wieder nicht zum Sprung an.


Auch charttechnisch sieht es derzeit nicht sonderlich gut aus für Gold. Im Monatschart könnte ein Flagge entstehen, die Kurse im Bereich von 1000 Dollar in den Bereich des Möglichen rücken würde.

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Bildquelle: Foto: Heraeus

 


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