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7 Erkenntnisse der neuen Wachstumsschätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF)

by • 9. April 2014 • PlusvisionenComments (0)1919

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seinen neuen World Economic Outlook (WEO) vorgelegt. Es gehe voran mit der Erholung, aber die Politik müsse sich anstrengen. Insgesamt bleibe die globale Weltwirtschaft aber fragil. Gründe dafür seien die noch nicht abgeschlossenen Reformen am Finanzsektor, die hohe Verschuldung vieler Länder, die hartnäckige Arbeitslosigkeit, die niedrige Inflation und die Schwäche der Emerging Markets (Schwellenländer).

Chefvolkswirt Olivier Blanchard:

Die Erholung, die im Oktober zwischenzeitlich ins Stottern kam, wird nicht nur stärker, sondern auch breiter. Gleichzeitig sind wir aber noch weit entfernt von einem echten Aufschwung. Die Normalisierung der Geldpolitik – die konventionellen und die unkonventionellen Maßnahmen – stehen nun auf der Agenda.

Die Weltwirtschaft gewinnt an Schwung. Laut IWF soll sie 2014 um 3,6 und 2015 um 3,9 Prozent zulegen. 2013 waren es 3,0 Prozent. Bislang war der IWF allerdings für 2014 und 2015 von 3,7 beziehungsweise 4,0 Prozent ausgegangen, also einen Tick besser als in seiner neuesten Prognose. Anscheinend gewichtet er die Gefahren nun höher, aber nicht dramatisch.

Treiber für die Weltwirtschaft sind zurzeit vor allem die USA. Mal wieder – und nicht China. Die US-Wirtschaft soll mit 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent wachsen. Die sehr lockere Geldpolitik zeigt deutliche Erfolge. Das macht die USA auch für Aktienanleger interessant.

Das Wachstum in der Eurozone bleibt dagegen mit geschätzten 1,2 beziehungsweise 1,5 Prozent recht bescheiden, aber immerhin. Aber auch der IWF konstatiert, dass der Turnaround geglückt ist. 2013 lag das Wachstum bei minus 0,5 Prozent. Insbesondere die deutliche Reduzierung Ausgabenbegrenzungen hätten geholfen das Wachstum zu beschleunigen. Da sieht man wieder: Wer spart, schafft kein Wachstum, zumindest kurzfristig nicht. Die Rechnung muss vermutlich langfristig beglichen werden. Turnaround-Situationen, wie in der Eurozone, sind für Börsianer immer spannend.

Eine niedrige Inflation steht beim IWF ganz oben auf der Liste der „Key downside risks“, also der Gefahren für die Weltwirtschaft. Niedrige Inflationsraten gebe es in den entwickelten Volkswirtschaften und insbesondere in der Eurozone. Ist das wieder die Forderung an die Europäische Zentralbank (EZB) doch mehr in Sachen geldpolitischer Lockerung zu tun?


Eine neue Problemzone sind für den IWF die Emerging Markets (Punkt 2 auf der Risikoliste, Punkt 3 sind geopolitische Risiken). Sie tragen rund zwei Drittel zum globalen Wirtschaftswachstum bei, was ihre Bedeutung unterstreicht. Läuft es in diesem Ländern nicht so gut, dann hat das recht schnell durchschlagende Effekte. Prognose: 4,9 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent Plus in diesem beziehungsweise im nächsten Jahr. Die Prognose wurde um 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent gekappt.

Von China seien keine neuen Wachstumsimpulse zu erwarten. China baut derzeit seine Wirtschaft um – stabiler, mehr Binnenkonjunktur, weniger Exportabhängigkeit, so der Plan. Die Prognose liegt unverändert bei 7,5 beziehungsweise 7,3 Prozent.

Japan bleibt ein Sorgenland. Für dieses Jahr reduziert der IWF seine Schätzung um 0,3 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent. Für 2015 steht ein mageres Plus von 1,0 Prozent. Hier wird die Geldpolitik – schon bald – noch lockerer werden, was durchaus den Aktienmarkt wieder beflügeln könnte.

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Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de [bearbeitet]


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