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Deutsche Bank – das nächste Lehman Brothers? // 52 Billionen Euro Derivate-Portfolio

by • 9. Februar 2016 • AktienvisionenComments (0)4038

Die Nachricht der Deutschen Bank kommt recht harmlos als Ad-hoch-Meldung daher, dennoch regt sie zum Nachdenken an: „Die geschätzte Zahlungskapazität im Jahr 2016 beträgt rund 1 Milliarden Euro. Dies reicht aus, um die AT1-Zinskupons von rund 0,35 Milliarden Euro am 30. April 2016 zu bedienen.“

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Da sieht sich die Kommunikationsabteilung des Bankhauses tatsächlich genötigt [gab es das schon mal vorher?], die eigene Zahlungsfähigkeit durch eine Pressemitteilung zu bestätigen. Macht euch keine Sorgen liebe Sparer, Konteninhaber, Aktionäre, Anleihenbesitzer, es ist alles, aber auch wirklich alles, in bester Ordnung, so sollte wohl die Botschaft lauten. Warum nur sorgt die Nachricht für das Gegenteil, für Nervosität? Zuvor hatte es am Markt Gerüchte gegeben, dass die Bank ihre sogenannten CoCo-Bonds [Contingent Convertible Bonds – nachrangige Anleihe, die beim Eintreten bestimmter Bedingungen in Eigenkapital umgewandelt werden] nicht mehr bedienen könne.

In einem Brandbrief wandte sich Deutsche-Bank-CEO zudem an seine Mitarbeiter: “Sie können Ihren Kunden mitteilen, dass die Deutsche Bank angesichts ihrer Kapitalstärke und ihrer Risikoposition absolut grundsolide ist.” Die Unruhe im Haus muss gewaltig sein.

In die Reihe der Beschwichtiger reihte sich auch noch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ein. Er mache sich “keine Sorgen” wegen der Deutschen Bank. Viele werden vermutlich wegen dieser Aussage erst Sorgen bekommen. Das ist schon fast so, als würde Kanzlerin Merkel das “vollste” Vertrauen in die Deutsche Bank aussprechen.

 

Die Deutsche Bank hat schlimme Tage hinter sich. Hat sie noch schlimmere vor sich? Der Aktien-Kurs ist abgestürzt. Der Börsenwert liegt nur noch bei 19 Milliarden Euro. Schuldverschreibungen des Instituts erleben an den Märkten gerade ein Debakel. Die Risikoprämien (CDS) für die Deutsche Bank schnellen in die Höhe. Rekord-Milliarden-Verlust gemeldet. Besserung ist, weil die Sanierung dauern wird, so Deutsche-Bank-CEO John Cryan, länger nicht in Sicht.

 

 

Auch bei Lehman Brothers sind die Risikoprämien vor der Pleite deutlich angestiegen, was nichts heißen muss. Bereits jetzt ist die Deutsche Bank mit einem S&P-Rating von BBB+ nicht mehr weit von „Non-Investmentgrade“, also Junk/Schrott, entfernt. Lehman Brothers hatte vor dem Absturz ein besseres Rating.

Heikel bei der Deutschen Bank ist auch das Derivate-Portfolio. Ende 2014 wurde hier eine Summe von 52 Billionen(!) Euro ausgewiesen. Zum Vergleich: Die Jahreswirtschaftsleistung (BIP) Deutschlands beträgt rund 3 Billionen Euro. Zudem soll die Deutsche Bank auch stark im Rohstoff-Sektor engagiert sein. Da reicht nicht viel, um für eine dramatische Schieflage zu sorgen. Wenn es dazu käme, hätte das drastische Folgen für Deutschland, die Eurozone und die Weltwirtschaft.

DB_2015_Derivate_02

Der Aktien-Kurs setzt inzwischen seine Talfahrt fort. Noch wird ein Eigenkapital von 69 Milliarden Euro ausgewiesen. Aber auch daran wird am Markt schon gezweifelt.

 

 

Zumindest geht der Markt bei dieser Marktkapitalisierung (19 Milliarden Euro) davon aus, dass wohl noch große Teile des Eigenkapitals verbrannt werden.

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Was kommt als nächstes? Eine Kapitalerhöhung? Allerdings, wer soll der Deutschen Bank in diesem Zustand noch Kapital geben. Da werden sicherlich die allermeisten abwinken. Bliebe noch der (deutsche) Steuerzahler. Selbst eine (Zwangs-)Rettung durch ihn kann nicht mehr ausgeschlossen werden.

 

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