Bitcoin, Tulpe, Kryptowährung, Spekulation

Bitcoin // Wie eine gute Idee zur Spekulation verkam

by • 7. Dezember 2017 • PlusvisionenComments (0)2873

Jetzt sind Tulpen Bitcoins. Wahnsinn hört halt an der Börse nie auf. Bis die Kryptowährung Bitcoin von 0 auf 1.000 Dollar stieg vergingen 1.789 Tage, haben die Kollegen von Zerohedge ausgerechnet (Danke dafür). Von 10.000 auf 11.000 Dollar brauchte es einen Tag und von 13.000 auf 14.000 Dollar nur noch vier Stunden. Dagegen waren die fünf Stunden, die es brauchte, bis der Kurs von 15.000 auf 16.000 Dollar zulegte, fast schon wieder gemächlich.

Kühlt vielleicht sogar die Bitcoin-Hausse schon wieder ab, weil die Dynamik nachlässt? Ach … Nein. Läuft! Zehn Minuten verstrichen für die Spanne zwischen 17.000 und 18.000 Dollar. Lediglich drei(!) Minuten tickten durch als der Bitcoin von 18.000 auf 19.000 Dollar zulegte. Dann aber plötzlich bricht der Kurs mal eben um 4.000 Dollar ein. Bitcoin-Handel ist aktuell nichts für Nervenschwache.

Vergessen scheinen die Ereignisse am Mount Gox [hier mehr dazu] bei denen Bitcoiner um ihre Wallets [hier ein Interview dazu] gebracht wurden. Damals ging es auch noch um eine hehre Idee: Es sollte nach der Finanzkrise nicht weniger als eine neue – digitale und libertäre – Währung (Mittel für den Geldtransfer) geschaffen werden, unabhängig von den Notenbanken und deren unberechenbaren Geldpolitik [hier mehr dazu]. Eine von der Crowd mit Hilfe der Blockchain geminten Währung ohne staatliches Geldmonopol. Das roch schwer nach (Internet-)Anachrie und auch nach Aufbruch.

Davon ist nicht mehr viel übrig, seit sich die Spekulanten der Sache angenommen haben. Die Notenbanken werden sich schon die Hände reiben, wenn sie dem Treiben zusehen. Die Idee der Kryptowährungen zerlegt sich gerade selbst. Traurig. Manch einer versteigt sich sogar in der Verschwörungsthese, dass es die Notenbanken selbst sind, welche die Spekulation anheizen, um Bitcoins & Co. in Misskredit zu bringen.

Jetzt sind Bitcoins nur noch eine Art Tulpenzwiebel, die ohne Sinn und Zweck nach oben gehandelt werden, während für eine Bitcoin-Transaktion via Blockchain inzwischen so viel Strom zum Minen verbraucht wird, der reichen würde, um damit mehrere Einfamilienhäuser einige Tage mit Strom zu versorgen.

Gut, auch diese Blase wird platzen und der Rauch wird sich legen. Die Geschichte der Kryptowährungen ist längst nicht zu Ende erzählt; sie hat gerade erst begonnen und vielleicht gehört eine veritable Spekulation einfach dazu, ähnlich wie beim Internet als da kurz nach der Jahrtausendwende der Bubble-Burst stattfand. Das Internet ist dadurch nicht verschwunden, im Gegenteil, es hat sich neu formatiert. Bis dahin gilt: Bitcoin – the next big short.

Bitcoin-Dollar: sehr steil aufwärts

Bitcoin, Dollar, GDAX

Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de; Chartquelle: Guidants, GDAX

Related Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Simple Share Buttons