Der Kaufmann aus dem Silicon Valley – II. Akt des Apple-Aktienrückkauf-Dramas

by • 7. Februar 2014 • InvestainmentComments (0)2907

Wochen sind vergangen. Der Handel mit Apfelprodukten floriert zwar, aber das Unternehmen leidet noch immer – irgendwie – unter dem Ableben seines Gründers, dem genialen Erfinder Steve. Man hat den Eindruck, man lebt noch von Steves Erfindungen. Das überragende neue Produkt, die zündende Idee fehlt bislang von seinen Nachfolgern. So wurden im ersten Quartal 2014 zwar noch nie dagewesene 51 Millionen iPhones verkauft und 26 Millionen iPads (auch ein Rekord) und damit sagenhafte 22,7 Milliarden Dollar an Cash-flow erwirtschaftet, doch das sind noch Produkte von Steve. Die Börse ist enttäuscht, der Kurs der Apple-Aktie kommt nicht mehr in Schwung. Apple muss eigene Aktien zurückkaufen und eine Dividende von 3,05 Dollar je Aktie zahlen, um die Fantasie der Börsianer zu beflügeln. Allein im ersten Quartal hat man dafür 7,7 Milliarden Dollar ausgegeben und insgesamt schon 43 Milliarden Dollar.

Personen
Erfinder: Steve Jobs [nur noch aus dem Off zu hören]
Kaufmann/Kapitän [aber eigentlich mehr Buchhalter als Verkäufer oder gar Erfinder]: Tim Cook
Raubritter, 77, Milliardär, Hedgefondsmanager: Carl iCahn [will immer mehr]
Weißer Ritter, 69, Milliardär, Fondsmanager: Bill Gross [länger nix mehr von ihm gehört, hat wohl Probleme mit seinen Anleihenfonds]

II. Akt

Ort
Im Raumschiff. Man ist auf der Suche nach einem Wurmloch, um in die Vergangenheit zu reisen, um Steve um Rat zu fragen. Apple könnte mal wieder neue Produkte vertragen, außerdem macht iCahn Druck. Er will steil steigende Aktienkurse sehen. Steve soll auch helfen iCahn loszuwerden.

Cook [der plötzlich ein wenig aussieht wie Luke Skywalker]: Allein auf der Brücke im Monolog. Wenn ich nur wüsste, was ich tun soll? Ich hoffe, die Reise wird ein Erfolg und ich treffe Steve wieder, der mir sicher ein paar Tipps geben kann, wie es weitergehen soll. Ohne ihn schaffe ich das nicht. Mir fällt einfach nichts Geniales ein und dieser iCahn steht mir auch ständig auf der Matte und krakelt: mehr, mehr, mehr …

iCahn [der nun irgendwie redet wie Darth Vader]: Mehr, mehr, mehr. Das klingt gut. Heh, Captain, wohin soll denn die Reise gehen?

Cook: Wie kommst du auf das Schiff?

iCahn: Ich bin überall, wo du bist.

Cook: Scheiße.

iCahn: Was?

Cook: Wir wollen mal so gucken …

iCahn: Was gucken? Hast du nichts Besseres zu tun als in der Galaxis rumzugondeln? Solltest du deinen Laden nicht wieder flottkriegen oder zumindest ein paar Apple-Aktien kaufen, wenn dir sonst schon nichts einfällt?

Cook: Mach ich doch schon. Innerhalb einer Woche habe ich Apple-Aktien für 14 Milliarden Dollar gekauft. 43 Milliarden Dollar habe ich insgesamt schon verpulvert. Ich bin schon richtig aggressiv.

iCahn: Das ist ja nichts. Das muss noch viel mehr werden. Wir können ja ein kleines Rennen machen, wer schnell und mehr kauft. Na? Die Apple-Aktie ist ein No-Brainer du No-Brainer. Ich habe schon wieder für 1 Milliarde Dollar gekauft.



 

Cook: Ich habe noch rund 100 Milliarden auf der Kasse.

iCahn: Und nochmal soviel kannst du aufnehmen und dann kaufen, kaufen, kaufen. Wenn du die Hälfte der Aktien vom Markt nimmst, verdoppelt sich der Gewinn je Aktie. So einfach ist das. Und ich bekomme meinen Kurs von 1200-1300 Dollar. Mein Imperium muss wachsen.


 

Cook: Imperium?

iCahn: Heh, No-Brainer, ich verrate dir noch was: Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 Index ist um 71 Prozent höher als das von Apple. Wenn Apple die gleiche Bewertung hätte, müsste die Aktie bei 840 Dollar stehen oder 52 Prozent [damals] höher.


 

Cook: Rede nicht immer so mit mir …

Steve [aus dem Off, spricht plötzlich wie Obi Wan Kenobi]: Heh, No-Brainer … ich meine Tim, ich habe dir ein gutes Imperium hinterlassen, vergeige es nicht.

Cook: Steve, bist du es wirklich? – Jetzt wird alles gut.

Gross [redet nun wie Meister Yoda]: Du musst eins werden mit der Macht.

Cook: Mit welcher?

Gross: Muss man dir denn alles …

III. Akt folgt

Bildquelle: Cupertino City // Renderings Forster + Partner


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