Glänzendes Gold

by • 6. Mai 2010 • Börsenvisionen, ETFsComments (0)845

Auch wenn die EZB vorerst davon absieht, Euro-Staatsanleihen aufzukaufen — „Wir haben über diese Option nicht gesprochen“, verkündete Jean-Claude Trichet — bleiben die Märkte doch verunsichert hinsichtlich dem Euro im Besonderen und dem Papiergeld im Allgemeinen. Die Verschuldungsproblematik in der Eurozone drückte die Gemeinschaftswährung heute unter die Marke von 1,26 Dollar! Und auf Dauer dürfte auch die EZB nicht umhinkommen, Euro-Staatanleihen aufzukaufen.

Dagegen zieht Gold (in Dollar) — als Geldersatz? — weiter an. Eigentlich ungewöhnlich. Denn in der Vergangenheit war es oft so, dass der Goldkurs (in Dollar) stieg und zugleich auch der Euro (gegenüber dem Dollar) ebenfalls stärker notierte. So wurden Goldgewinne (in Dollar) häufig durch den festen Euro egalisiert. Doch jüngst tendiert Gold (in Dollar) nach oben und der Euro (gegenüber dem Dollar) nach unten.

Eine intessante Möglichkeit auf einen steigenden Goldkurs zu setzen bietet nun RBS mit dem RBS physical Gold ETC (DE000A1EDJ96). ETC steht für Exchange Traded Commodity. Dabei handelt es sich um ein börsennotiertes Zertifikat, das sich anfänglich auf 0,1 Feinunzen Gold (Gold Spotpreis) bezieht. Der Anleger erwirbt somit kein Eigentum am Gold (keine Sondereigentum wie bei einem Fonds). Allerdings erfolgt eine pyhsische Hinterlegung in Form von 12,5 kg Standardbarren, die in einem zertifizierten Tresor von JPMorgan im London Bullion Market verwahrt werden. Das und die besondere Konstruktion sorgen für zusätzliche Sicherheit.


Die ETC-Konstruktion für Gold ist insolvenzsicher. Der Emittent Standard Commodities (kauft das Gold für RBS) wurde zwar von RBS gegründet, ist aber vollständig unabhängig von ihr. Der Emittent hat die Goldposition in der Bilanz. Auf der Passivseite steht die Verbindlichkeit aus dem ETC, die genau dem Goldbestand entspricht. Bei dem RBS physical Gold ETC werden Sicherheiten für die Verbindlichkeiten der Emittentin gegenüber den Wertpapierinhabern hinterlegt und durch ein erstrangiges Sicherungsrecht zugunsten eines Sicherheitentreuhänders besichert. Das erstrangige Sicherungsrecht ist ein Pfandrecht des Treuhänders auf das Gold. Im Worst Case beantragt er die Liquidation der Goldbarren und zahlt die  ETC-Anleger aus. Bei einem globalen Meltdown, bei dem alle beteiligten Parteien insolvent sind, wird lediglich ein neuer Treuhänder zugewiesen, der die Verwertung des Goldes managt und es an die ETC-Halter auszahlt.

Die Managementgebühr beträgt attraktive 0,29 Prozent pro Jahr. Diese wird über die Verminderung des Bezugsrechts während der Laufzeit in Rechnung gestellt. In normalen Börsenphasen beträgt die Geld-Brief-Spanne 0,2 Prozent — in turbulenten Zeiten kann es somit auch mal mehr sein.

Wie immer gilt: Eben Dargestelltes ist keine Anlageempfehlung! Jeder ist für sein Geld selbst verantwortlich!


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