Matteo Sciolla, Investment

Sciolla Investment-Interview // Enorme Nachfrage nach Mikro-Immobilien

by • 5. November 2018 • Time_is_MoneyComments (0)713

Time is Money // Schnell ein paar Fragen an Matteo Sciolla, Geschäftsführer von Sciolla Investment, einer Immobiliengesellschaft, die sich im Schwerpunkt auf Mikro- und Studentenapartments fokussiert.

Herr Sciolla, Sie konzentrieren sich mit Ihrem Unternehmen besonders auf Mikro- und Studentenapartments. Was finden Sie an dieser Immobilienklasse so attraktiv?
Es stimmt, Sciolla Investment ist spezialisiert auf Mikroapartments und studentisches Wohnen und zwar schon seit einer Zeit, als dieses Segment noch nicht im Fokus diverser Immobilieninvestoren stand, wie es heute der Fall ist. Entsprechend haben wir in den vergangenen Jahren viele, wertvolle Erfahrungen in dem Segment gewonnen, die für uns heute nützlich sind.

Wir kennen den Markt aus praktischer Erfahrung und dem jahrelangen direkten Dialog mit unserer Zielgruppe. Das ist im Wettbewerb heute natürlich enorm hilfreich. Das Marksegment ist attraktiv, weil die Nachfrage enorm hoch ist. Die Zahl der Minihaushalte und Pendler steigt stetig und die Zahl der Studenten sowieso. Die hohe Nachfrage zeigt sich ja bereits an der Explosion der Mietpreise. Für ein kleines WG-Zimmer müssen Studenten in Metropolen heute 600 Euro und mehr zahlen. Das ist eine ganz unglaubliche Entwicklung, die ich persönlich mit gemischten Gefühlen sehe.

Die hohe Nachfrage beispielsweise nach Studentenapartments ist aber nur ein Treiber der Preisexplosion, offenkundig gibt es auch zu wenig Angebot, oder?
Ganz sicher, aber die Angebotsknappheit ist zum Teil hausgemacht. Viele institutionelle Investoren, die sich heute im Bereich Studenten- und Mikroapartments tummeln, kennen nur ein Rezept um Angebot zu schaffen: Neubau! Das ist in Zeiten knapper innerstädtischer Flächen und hoher Baupreise natürlich schwierig.

Wir brauchen mehr kluge Konzepte, die Studentenwohnungen auch durch Umwandlung bestehender Immobilien schaffen. Das lässt sich natürlich selten großflächig am Reißbrett machen, es braucht vielmehr ein Auge dafür, wie man ältere Wohn- und Gewerbegebäude so umwandeln kann, dass darin studentisches Wohnen entsteht und die bestehende Gesamtfläche somit auch mehr Mietern zu Gute kommt. Dieses Geschäft hat Sciolla Investment von der Pike auf gelernt. Wir wissen genau, wie das Endprodukt aussehen muss, damit es für die Zielgruppe auch interessant ist.

Für den Umbau von Gebäuden benötigt man Handwerker und die sind derzeit ja extrem schwer zu bekommen. Das kann Ihre Ideen doch schnell ausbremsen?
Natürlich sind Handwerker ein Engpassfaktor. Aber auch dort hilft ein langjährig gewachsenes Netzwerk im Markt. Wir arbeiten mit festen Partnern zusammen, die wissen, dass wir in guten wie in schlechteren Zeiten Beschäftigung für sie haben. Das hat für uns gleich mehrere positive Effekte: Erstens haben wir stetigen Zugriff auf qualifizierte Handwerker, zweitens wirkt sich die gute Partnerschaft positive auf unsere Kosten aus und drittens kennen diese Handwerker die spezifischen Anforderungen bei solchen Projekten mittlerweile genau. Unsere Partner und wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.

Sie haben gerade rund 200 Studentenapartments in Marburg und Gießen vollvermietet. Wie soll es weiter gehen?
Diese Vollvermietung pünktlich zum Semesterbeginn haben wir als erneute Bestätigung gesehen, dass unser Ansatz funktioniert. Denn wir haben die insgesamt 15 Mehrfamilienhäuser mit einem Leerstand von rund 80 Prozent übernommen – jetzt haben wir Vollvermietung und Wartelisten von Mietinteressenten. In Summe hat Sciolla Investment derzeit einen Bestand von mehreren Hundert Wohneinheiten, dabei ist zu beachten, dass wir in den vergangenen Jahren immer wieder auch Objekte verkauft haben.

Insgesamt wollen wir unseren Bestand aber weiter ausbauen und bis Ende 2019 etwa verdoppeln. Das entspricht dann einem Portfoliowert von etwa 100 Millionen Euro. Dazu wollen wir neue Regionen vor allem in Studentenstädten und im Westen Deutschland angehen. In diesen Regionen wollen wir unser Portfolio sowohl durch den Erwerb von Bestandsimmobilien, die wir dann entwickeln als auch durch Neuproprojekte ausbauen.

Sie haben sich also einiges vorgenommen …? [lacht]
Wir sind im Wachstumsmodus. Wir stellen Personal ein, haben gerade eine zusätzliche Niederlassung in Frankfurt am Main eröffnet, verstärken uns hochkarätig im Management, wollen unseren Unternehmensnamen an unseren Fokus auf Mikroapartments anpassen und wandeln unsere Unternehmensgruppe bis zum Jahreswechsel in eine Aktiengesellschaft um. Ja, ich glaube, man kann sagen, wir haben uns einiges vorgenommen…

Vielen Dank für das Interview.

 

Bildquelle: Laackman Fotostudios Marburg [bearbeitet]

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