Staatshilfen für Eon und RWE / Twitter unter Druck // DAX, EZB, Fed, Deflation, Daimler, BMW, VW

by • 2. Oktober 2015 • MarketwatchComments (0)1916

Der DAX scheint die Orientierung verloren zu haben. Hausse ist nicht, Baisse aber auch nicht. Dann also langweiliger Seitwärtstrend oder, in der spannenderen Ausprägung, ein Sägezahnmarkt. Die letzten Kerzen im Tageschart deuten doch auf eine recht hohe Nervosität hin. Aber mal ehrlich: Wer hat derzeit eine halbwegs gefestigte Meinung, wo es hingehen könnte in naher Zukunft. Da ist die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed), die demnächst vielleicht die Leitzinsen erhöht, um damit Normalität und Sicherheit zu signalisieren, nicht mehr. Da ist China, wo die Konjunktur doch arg schwächelt. Die Amerikaner dürften kam ein Interesse daran haben die Wirtschaft dort weiter ins Wanken zu bringen. Dann sind da natürlich noch die unübersehbaren Deflationstendenzen in der Eurozone, den USA, aber auch in so manchen Schwellenland (Südkorea). Die großen Notenbanken (EZB, Fed, BOJ, PBOC) dürften sich generell schwertun jetzt die Zinsen anzuheben. Wahrscheinlicher ist indes eine Ausweitung der Quantitative-Easing-Programme.

Update: Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fielen recht schwach aus. Es wurden 142.000 neue Stellen geschaffen. Erwartet hatte man 203.000. Die Reaktionen waren entsprechend. Der Euro und der Gold-Preis schnellten nach oben. An beiden Märkten rechnet man wohl nicht mehr mit einer baldigen US-Leitzinserhöhung. Der DAX knickt ein, da wohl schlechte Nachrichten wieder schlechte Nachrichten sind. Man macht sich Sorgen um die US-Konjunktur. In China (und den Emerging Markets) dürfte man aufatmen, wenn es nicht zu einer US-Leitzinserhöhung in diesem Jahr kommt. Später drehten dann DAX und Dow Jones doch noch ins Plus. Man fand Gefallen an dem Gedanken, dass die Fed auf eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr verzichten könnte. 

Bei den Versorgern Eon und RWE könnte es nun doch Staatshilfe geben. Es hatte sich bereits angedeutet. Der Steuerzahler wird wohl mal wieder die Verluste (aus der Verschrottung der Kernkraftwerke) tragen müssen. Wieder ein bissen weniger Markt in diesem Land. Ein Trend. Die Aktien legen deutlich zu. Das könnte die Kurs-Wende sein.


Die Automobilaktien von Daimler und BMW sind verhalten gefragt. Sie haben für September in den USA recht gute Absatzzahlen vorgelegt. VW fällt auf ein neues Tief, was nicht gut ist für die Optimisten. Neue Tiefs bedeuten: die Baisse ist intakt. Auf der Long-Seite ist weiter Vorsicht geboten.

Die Twitter Aktie bricht deutlich ein. Das Unternehmen bleibt angeschlagen. Mitgründer Jack Dorsey soll CEO bleiben, aber auch vom Online-Bezahldienst Square. Bei Twitter ist zudem die Rede davon einen „Kauf-Knopf“ einzuführen. Bei einem entsprechenden Tweet könnte man dann als Konsument gleich „zuschlagen“. Twitter erhofft sich davon mehr Umsätze. Auch die 140-Zeichen-Regel könnte aufgehoben werden. Die Frage ist dann allerdings, was das Alleinstellungsmerkmal von Twitter ist. Wie will man sich von Blogs wie Tumblr oder mit Einschränkungen auch von WordPress unterscheiden? Die Börse findet das alles nicht schlüssig und schickt die Aktie um 8,4 Prozent nach unten.

 

 


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