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Die glorreichen 15 :: Plusvisionen ETF Musterdepot // The Big Picture

by • 2. Oktober 2014 • ETF MusterdepotComments (0)4542

Strategie-Update vom 2. Oktober 2014: The Big Picture

The Big Picture: Die Konjunktur in der Eurozone kommt nicht in Schwung und die Preise sind weiter am Fallen. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat deswegen „ernste Sorgen“. Er will verhindern, dass die Eurozone in eine Abwärtsspirale hineingerät. Zurückhaltung bei der Geldpolitik kennt die EZB deshalb kaum noch. Ab Mitte Oktober wird ein Aufkaufprogramm für Pfandbriefe (Covered Bonds) und im vierten Quartal dann auch für Kreditverbriefungen (ABS-Papiere) gestartet. Beides soll die Bilanzen der Geschäftsbanken entlasten. Sind erst die Risikokredite (faule Kredite) bei der EZB, dann würden schon wieder Kredite vergeben. Bislang halten sich die Banken beim Gewähren von Darlehen sehr zurück, weil sie zu viele Altlasten noch mit sich herumtragen. Bei den Aufkaufprogrammen geht es um das Volumen von 1 Billion Euro. Um diese Summe soll die Bilanz der EZB wieder zulegen. Es ist Quantitative Easing (QE) light.

Zum letzten Schritt, dem großzügigen Aufkauf von Wertpapieren mit frischem Geld (QE), konnte sich die EZB noch nicht durchringen. Aber sie stehe bereit, weiter „unkonventionelle Maßnahmen“ zu ergreifen, sofern nötig. Der Politikschwenk der EZB hat und hatte Folgen: Der Euro ist kräftig unter Druck geraten. Seit 2012 war die Bilanzsumme der EZB rückläufig, während die der US-Notenbank (Fed) expansiv war. Die Geldpolitik der EZB war somit deutlich straffer, was den Euro gegenüber dem Dollar gestützt hat. Nun könnte sich das umkehren, da das Aufkaufprogramm der Fed bald ausläuft.

Ein niedriger Euro ist aber durchaus gewünscht von der EZB, auch wenn sie das so nie sagen würde, denn ein schwacher Euro bringt zwei willkommene Effekte mit sich: Es wird Inflation importiert, weil durch den weichen Euro im Ausland teuer eingekauft werden muss und gleichzeitig sinken durch die Währungsabwertung die Exportpreise, was eine Art Konjunkturprogramm für die Eurozone ist. Beides erhöht allerdings auch die Tendenz zu Moral Hazards, also der Versuchung, deshalb Reformen in den Problemstaaten auf die lange Bank zu schieben. Draghi mahnt jedoch Reformen immer als dringend notwendig an, wenn die Eurozone die Wende schaffen will. Auf viel Gehör stößt er damit bisher nicht.

Die Börsen in Europa schwanken so weiter zwischen der Hoffnung auf noch mehr Geld (Liquidität) durch die EZB und der Sorge um die Konjunktur und damit um die Unternehmensgewinne. Ein Abrutschen in eine tiefe Rezession/Deflation wird die EZB mit allen Mitteln – whatever it takes – zu verhindern versuchen. Das ist derzeit der Risikopuffer für Aktienanleger in der Eurozone.

Die USA ist so gesehen weiter mit ihrer Geldpolitik. Die Notenbank hat bereits massiv Anleihen aufgekauft und gleichzeitig den Bankensektor von faulen Krediten entlastet. Deshalb läuft die US-Konjunktur nun besser. Anleger aus dem Euroraum können sich zusätzlich über Währungsgewinne freuen.

Die Börse in Japan lebt ähnlich wie die Aktienmärkte in Europa vom billigen Geld, das die Notenbank in den Markt pumpt, aber auch dort nicht so recht bei den Konsumenten ankommt. Japan leidet, wie Europa, nicht nur unter einem Angebotsproblem, sondern auch unter einer Nachfragekrise. Zukunftsangst und Überalterung dämpfen den Bedarf an Krediten und den Konsum.

Global gesehen ist die Weltwirtschaft ins Stottern geraten. China baut seine Wirtschaft um, Russland will lieber politisch wachsen und die Emerging Markets konsolidieren. Wohl auch dadurch ist Öl unter Druck geraten, aber vielleicht liegt auch der Hochpunkt des Ölzeitalters schon hinter uns. Gold bleibt angeschlagen, sogar der langfristige Aufwärtstrend seit 2001 ist in Gefahr nachhaltig unterschritten zu werden. Ohne Inflation (Inflationsfantasie) keine Gold-Hausse.

 

Depot-Report vom 21. November 2014: +12,23 Prozent. Hier abrufen.

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Grundsätzlich gilt:

Geldanlage sollte kein Hobby sein, weil Hobbys oft kostspielig sind. Geldanlage sollte einfach und transparent sein. Die Depotanteil sind (zunächst) festgelegt. Steigt eine Position deutlich an und erhöht so seinen Depotanteil, wird verkauft, bis die Gewichtung wieder stimmt. Das klingt langweilig, ist aber effektiv (siehe Hobby).

Aktien haben einen besonderen Reiz. Sie stellen Produktivvermögen dar. Mit diesem Kapital kann etwas entstehen, Lebensverbesserndes, Lebensrettendes, Lebenserhaltendes, Arbeit und Auskommen wird geschaffen. Es geht etwas voran und der Investor wird Miteigentümer. Bei Anleihen können auch Investitionen (etwa bei Unternehmensanleihen) finanziert werden, allerdings durch Fremdkapital. Der Anleger wird Gläubiger und nicht Miteigentümer. Dagegen liegt ein Edelmetall wie Gold nur einem Safe und schafft dadurch keine neuen Werte, diese sind allerdings teilweise vorher für die Exploration und das Schürfen entstanden.

Risikohinweis: Natürlich beinhaltet das Musterdepot keinerlei Empfehlungen oder gar Handlungsanweisungen. Auch stellt das Musterdepot keine Empfehlung dar, das Portfolio eins zu eins oder auch nur ähnlich zu replizieren. Jeder Anleger sollte selber wissen, was er kauft und verkauft.

 

Bildquelle: lichtkunst.73  / pixelio.de

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