Wir bauen uns eine Goldwährung

by • 2. Juli 2010 • PlusvisionenComments (0)637

Jetzt also die Saudis. Das diese gerne schöne Dinge einkaufen ist bekannt. Auch, dass sie durchaus im großen Stil zuschlagen ist nicht ungewöhnlich. Dass aber die saudische Notenbank Samas viel Geld für Goldkäufe in die Hand nimmt ist neu. Nun ist es bei den Saudis also so:

1.
Sie pumpen den Rohstoff Öl aus der Erde und verkaufen diesen an den Weltmärkten für Dollar. Je netten grünbedruckten Scheinchen, die ein VERSPRECHEN [IN GOD WE TRUST] auf ein Stückchen des amerikanischen Sozialprodukts darstellen.
Problem: Wenn zu viele von den grünen Scheinchen gedruckt werden, dann wird das Stückchen am US-Sozialprodukt (leider) auch immer kleiner.
Das ist nun anscheinend auch den Saudis bewusst geworden.

2.
Die Saudis nehmen nun somit ihre Dollars, in die sie nach den ganzen Finanz-, Staats- und Verschuldungskrisen ihr Vertrauen verloren haben und kaufen damit an den Weltmärkten einen anderen Rohstoff, der von Kanadiern, Südafrikanern, Russen, Lateinamerikanern oder Chinesen aus der Erde geholt wird: Gold. Anschließend wird dieser Rohstoff wieder in der Erde verbuddelt, sprich in Tresoren gelagert. 323 Tonnen des edlen Metalls sollen es inzwischen sein, doppelt so viel wie von Experten vermutet.

Die Saudis stehen bei diesem Vorgehen keines Wegs allein da. Auch China, Indien oder Russland kauft Gold. Das Schema ist immer gleich (siehe auch oben). Die Chinesen haben beispielsweise durch Warenverkäufe Devisenreserven in einer Höhe von 2,4 Billionen Dollar(!) angehäuft. Da darf es den Chinesen schon mulmig werden. Deshalb bringen wohl auch sie immer wieder die Idee einer rohstoffgedeckten Reservewährung ins Gespräch – neben dem Euro und dem Dollar.

Es ist schon ein starkes Argument für Gold, wenn Notenbanken(!) kaufen, weil sie dem Euro- und Dollar-Papiergeld misstrauen. Gleichwohl sollte nicht vergessen werden, dass vermutlich bereits viel von diesem Argument in den Kursen drin steckt.


Eine Palette neuer Gold- und Silber-ETC (gibt es währungsgesichert und nicht-währungsgesichert) hat nun die Deutsche Bank emittiert. (Wer von einem sinkenden Euro gegenüber dem Dollar ausgeht, kann sich die Absicherung sparen.)

Die Produkte sind nicht rolloptimiert. Es wird somit automatisch auf den nächsten Future-Kontrakt gerollt, was für den Anleger Einbußen bedeuten kann (Contango, ansteigender Forwardkurve). Aufgrund von Lagerkosten notiert ein Future, der weiter in der Zukunft liegt meist höher (Contango), was beim Rollen ungünstig ist.

Die Produkte sind goldgedeckt (Gold wird separat gelagert). Die Deutsche Bank schreibt dazu: „Das zugrunde liegende Gold lagert in Sicherheitstresoren. Jede ETC-Serie ist mit einem exklusiven Eigentumsrecht an einer ihr zugewiesenen Gold Hinterlegung ausgestattet.“


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